Von Mali nach Mittelhessen

VON MICHAEL KLEIN

Vom Nordosten Malis, dort wo die Islamisten sich konzentrieren, sind es über Land nur 2000 Kilometer bis zum Mittelmeer - und von dort ist der Weg in die Mitte Deutschlands nicht weit. Das gilt für Flüchtlinge, die eines Tages auch in unserer Region ankommen könnten. Vor allem aber gilt es für die Terroristen von Al-Kaida, die zurzeit versuchen, Mali unter ihre Kontrolle zu bringen.

Frankreichs entschlossenes Vorgehen gegen die islamischen Fanatiker ist jede Unterstützung wert. Die umgerechnet 15 Millionen Euro, mit denen sich Deutschland am Kampf gegen die Islamisten beteiligt, sind eine Investition in unsere Freiheit. Die wird nämlich längst nicht mehr am Hindukusch verteidigt, wenn sie überhaupt jemals dort verteidigt wurde. Die Bedrohung durch den Terrorismus kommt mehr und mehr vom afrikanischen Kontinent.

Erstaunlich ist das nicht, denn es gibt für Al-Kaida weltweit kein besseres Aufmarschgebiet. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele korrupte Regierungen und schlecht ausgerüstete Armeen wie in Schwarzafrika. Kurzum: Die schlechte Regierungsführung in den meisten Ländern des Kontinents sind für Islamisten geradezu eine Einladung, dort eine Basis zu errichten, von der aus sie Terroranschläge auch in Deutschland planen können.

Somalia ist bereits in der Hand der Fanatiker, die Menschen in Mali hätten ohne das Eingreifen Frankreichs dasselbe Schicksal erleiden müssen. Deshalb ist der Einsatz französischer Soldaten aus Sicht der Afrikaner auch eine Befreiung von den Zwängen einer archaischen Lebensform. Aus der Sicht Europas aber bedeutet er auf lange Sicht die Verteidigung von Freiheit und Demokratie.

15 Millionen Euro sind dafür nicht viel. Aber damit die Islamisten auch künftig in Afrika nicht Fuß fassen können, braucht es mehr als die finanzielle Hilfe von Geberstaaten: Notwendig sind demokratische Reformen in den Ländern des schwarzen Kontinents. Denn wer gebildet ist und in einem Staat ohne korrupten Machtapparat lebt, der ist immun gegen die absurden Theorien der Fanatiker.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Hessen und Welt