«Bild»: Kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

Kohls ausdrücklicher Wunsch
Kerzen für Kohl
Altkanzler Kohl war im Alter von 87 Jahren in seinem Haus gestorben. Foto: Christoph Schmidt
Trauerfeier
Maike Kohl-Richter, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, Salomon Korn, und der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann in Oggersheim. Foto: Stefan Puchner
Junge Union in Oggersheim
Mitglieder der Jungen Union nehmen vor dem Haus des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl an einem Kondolenzmarsch teil. Foto: Thomas Frey
Juncker und Kohl
Helmut Kohl und Jean-Claude Juncker im Jahr 2014 in Oggersheim. Foto: Uwe Anspach
Trauer um Helmut Kohl
Trauernde tragen sich in Berlin im Konrad-Adenauer-Haus in ein Kondolenzbuch ein. Foto: Maurizio Gambarini
Gorbatschow, Bush und Kohl
Michail Gorbatschow, George Bush und Helmut Kohl (l-r) im Jahr 2005. Foto: Martin Schutt
Einheitsfeier 1990
Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Foto: Wolfgang Kumm
Historischer Moment
Historischer Moment: Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich 1984 über den Gräbern von Verdun die Hand. Foto: Wolfgang Eilmes
Helmut Kohl und Maike Kohl-Richter
Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau Hannelore heiratete der Altkanzler Maike Kohl-Richter. Foto: David-Wolfgang Ebener
Vereidigung
Helmut Kohl wird am 17. Januar 1991 von der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Bundestag in Bonn vereidigt. Foto: Martin Gerten
Kohl und Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Helmut Kohl bei einer ihrer letzten Begegnungen. Foto: Uwe Anspach
Witwe
Helmut Kohls Witwe, Maike Kohl-Richter, beugt sich zu den vor dem Haus abgelegten Blumen und Kerzen hinunter. Foto: Arne Dedert
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Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen, schreibt die Zeitung (Montag). Der Altkanzler war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben.

Kohl soll als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Der genaue Termin und die Details sind nach Angaben der EU-Kommission aber noch offen. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Aber auch in Deutschland dürfte es wohl eine größere Trauerzeremonie geben. Direkt nach den Feierlichkeiten in Straßburg sei im Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz eine Totenmesse geplant, hatte die «Bild am Sonntag» geschrieben. Genaue Termine standen aber noch nicht fest.

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Der frühere Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann würdigte Kohl als geradlinigen, sensiblen und gebildeten Menschen. «Er war nicht die Dampfwalze, die alles brutal niederwalzte, zu der ihn manche immer wieder machen wollten», schrieb Lehmann in einem Beitrag für die «Rheinische Post» (Montag). «Europäische Staatsmänner aus kleinen Ländern haben mir öfter gesagt, dass sie Helmut Kohl im Zusammenspiel der europäischen Kräfte ganz besonders schätzten, weil er gerade als Vertreter eines größeren und mächtigeren Landes immer Sensibilität und Rücksicht walten ließ gegenüber kleineren Partnern.»

Für CDU-Generalsekretär Peter Tauber war Helmut Kohl «der zweite große Kanzler dieser Republik nach Konrad Adenauer». Der langjährige Kanzler habe ganze Jahrgänge von Jugendlichen geprägt. «Und selbst denen, die sich über ihn ärgerten und politisch anderer Meinung waren, gab das wahrscheinlich ein Gefühl von Sicherheit», schreibt Tauber in einem Gastbeitrag für «Die Welt» (Montag).

Der Kohl-Biograf Heribert Schwan, der sich mit dem Altkanzler jahrelang erbittert vor Gericht gestritten hatte, sagte dem «Express» (Montag): «Ich trauere zum einen um einen Staatsmann - und dann um einen Menschen, dem ich acht Jahre sehr nahe stand und verbunden war, von dem ich viel erfahren habe.» Er sei gemischter Gefühle, denn er trauere auch um einen Menschen, «der sich von mir, ganz klar und eindeutig, ohne Begründung getrennt hat. Ich bin traurig darüber, dass ich mich mit ihm vor seinem Tod nicht mehr aussprechen konnte.»

Konrad-Adenauer-Stiftung zu Helmut Kohl

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