Irritationen um angebliche Kubicki-Äußerungen zu Jamaika

Kein Jamaika-Comeback
Wolfgang Kubicki
«Eines ist doch klar: Scheitert die GroKo, haben wir eine andere Lage», sagte Kubicki den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Er reagierte damit auf Darstellungen, FDP-Vize Wolfgang Kubicki habe ein Comeback von Jamaika ins Spiel gebracht, sollten Gespräche über eine große Koalition scheitern.

Kubicki hatte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch) gesagt: «Eines ist doch klar: Scheitert die GroKo, haben wir eine andere Lage.» Er bezog sich nach RND-Angaben dabei auf sich aufschaukelnde politische Forderungen bei Union und SPD im Vorfeld möglicher Gespräche.

«Selbstverständlich werden die Freien Demokraten im Licht der Entwicklung neue Bewertungen vornehmen. Wir sind schließlich keine Dogmatiker», sagte Kubicki, ohne sich auf ein Ergebnis der Bewertungen festzulegen.

Lindner erklärte nun, Wolfgang Kubicki sei «wohl falsch interpretiert worden». Er unterstrich zudem, «eine Minderheitsregierung, die der Wirtschaftsrat der CDU anregt, würden wir jedenfalls konstruktiv aus dem Parlament begleiten. Die Union muss sich von der SPD nicht erpressen lassen.»

Kubicki erläuterte, er habe auf die Frage, ob Jamaika ohne CDU-Chefin Angela Merkel denkbar sei, geantwortet, er werde sich an Spekulationen über die Zukunft Merkels nicht beteiligen. Lindner habe klargestellt, dass für die FDP auch eine konstruktive Begleitung einer Minderheitsregierung vorstellbar wäre. «Dem schließe ich mich ausdrücklich an. Dass Jamaika mit anderen Personen mit einer belastbaren Vertrauensgrundlage funktionieren kann, dokumentieren wir jeden Tag in Schleswig-Holstein.»

Die Liberalen hatten im November die Sondierungen über eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen platzen lassen. Daraufhin hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien Gespräche geführt, um Möglichkeiten einer Regierungsbildung auszuloten.

Zuletzt gab es ein Treffen bei Steinmeier mit den Vorsitzenden von SPD, CDU und CSU, Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer. Die SPD-Spitze zeigte sich daraufhin bereit, ergebnisoffene Gespräche mit CDU und CSU über eine Regierungsbildung zu führen.


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