Buderus heizt mit Design ein

MESSE Bosch erklärt Traditionsmarke für "bereit für die Zukunft"

Bosch-Thermotechnik-Geschäftsführer Thomas Bauer stellte auf der Messe ISH die neue Buderus-Titanium-Linie vor der versammelten internationalen Fachpresse vor. Die ISH in den Frankfurter Messehallen läuft noch bis zum 14. März. (Foto: Gross)

Bislang wurde dem Design von Heizkessel & CO. wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wie alle Mitbewerber so hat auch Bosch Thermotechnik in der Vergangenheit "stets dieselben weißen Kisten verkauft", räumte Bauer bei der spektakulären Präsentation mit Licht, Blitz und stampfenden Disco-Beats vor der versammelten internationalen Fachpresse am Dienstagmittag während der ISH (Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Erneuerbare Energien) ein.

Ob es am fehlenden Design lag, dass der Markt seit Jahren stagniert und Bosch Thermotechnik 2014 wie schon die Vorjahre abermals mit einem Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro abschloss, ist nicht überliefert. Das Unternehmen mit seinen weltweit 13 700 Mitarbeitern, 1200 davon im Werk Lollar und rund 400 in der Verwaltung in Wetzlar, habe sich in einem "schwierigen Marktumfeld behaupten können", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Uwe Glock. Bei schwächelnden Geschäften in Westeuropa und einem auch 2014 nicht in Bewegung gekommenen deutschen Markt, haben es laut Glock am Ende einmal mehr die "Zukunftsmärkte Mittlerer Osten, Asien, Afrika und Lateinamerika" mit kräftigem Wachstum rausgerissen.

Nun aber wolle Bosch "den Heizungsmarkt verändern", kündigte Bauer an. Und scheute nicht den Vergleich mit Apple, jene Firma, die mit ihrem iPhone die Telefonie revolutioniert habe.

Glasfront, Touchscreen, mal kantig, mal abgerundete Ecken - ein klein wenig erinnern die Designs der neuen Gerätegenerationen aus den Häusern Buderus und Junkers sogar an die der kalifornischen Kult-Schmiede.

Auch wenn Bauer das Buderus-Design der neuen Titanium Linie für "überragend" hält, "nur hübsch" solle die Heizung der Zukunft wiederum nicht sein. "Mindestens genauso viel Bedeutung messen wir der Wertigkeit bei", sagte das Mitglied der Geschäftsführung. Neben den Äußerlichkeiten setze das Unternehmen wie Apple auf intuitive Bedienung. Bauer: "Niemand will heute mehr dicke Handbücher blättern." Ferner auf einfache Installation und Wartung. Glock: "Die Zeitersparnis für Installation und Inbetriebnahme liegt bei 30 Prozent im Vergleich zu Vorgängerprodukten."

Alle neuen Produkte tragen ein "i" für Internetfähigkeit im Namen

Alle neuen Produkte tragen zudem ein "i" im Namen, weil sie internetfähig sind. Das ermögliche nicht nur dem Endverbraucher die Fernbedienung via App auf dem Smartphone, auch die Fehlersuche werde deutlich einfacher und das Gerät selbst intelligenter, indem es beispielsweise seinen Betrieb mit den Wetterdaten aus dem Internet synchronisiert. Ferner führe Bosch mit der Titanium Linie "eine komplett neuartige Heizungsserie in modularer Bauweise ein, die auch in Jahren noch beliebig erweiterbar ist, beispielsweise um eine Brennstoffzelle", erklärte Bauer: "Damit haben wir Buderus bereit gemacht für die Zukunft." Diesen Satz wird man vor allem in der Buderus-Heimat Wetzlar gerne gehört haben.

Auf der ISH zeigt Bosch die ersten Wärmeerzeuger der Titanium Linie, darunter den Gas-Brennwertkessel GB 192i. Mit der Gas-Brennwert-Kompaktheizzentrale Logomax plus BG 192i werde "das Ende des Heizungskellers, wie wir ihn kennen", eingeläutet, sagte Bauer. Damit meint er die Ablösung des symptomatischen Leitungswirrwarrs durch einen kompakten, schicken Schrank. Die hocheffiziente Brennstoffzellen-Energiezentrale Logapower BZH192iT soll einem Haushalt jährlich Energiekosten von 800 bis 1300 Euro sparen.

Die Titanium Linie von Buderus gilt als Highend-Produkt und liegt mit den nötigen Komponenten bei etwa 6500 Euro. Für rund 3500 und damit etwas günstiger gibt es unter der Junkers-Marke, die künftig offiziell "Junkers-Bosch" genannt wird, die neuen Brennwertegeräte der Generation Cerapur 9000i. Anders als in vielen anderen europäischen und außereuropäischen Ländern achte der deutsche Kunde weniger auf den Preis als die Qualität, sagte Bauer.


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