OptoTech: Innovator Nummer eins

Erfolg  Mit neuer Technologie zur Brillengläserherstellung zum „Hessen Champion“-Titel

Innovation hat die OptoTech Optikmaschinen GmbH groß gemacht: Geschäftsführer Roland Mandler im Versuchslabor seines Unternehmens in Wettenberg. (Foto: Jahn/ga)

Mittlerweile ist Mandler Geschäftsführer einer global operierenden Firma mit weltweit rund 250 Mitarbeitern an acht Standorten. Doch dazwischen liegen viel harte Arbeit und einige wirklich beeindruckende Innovationen.

Zunächst produzierte das bis heute familiengeführte Unternehmen nur Maschinen für den Bereich Feinoptik, heute setzt die Firma rund 58 Millionen Euro mit einer ganzen Palette an Produkten um. Dazu gehören Maschinen zur Herstellung von Brillengläsern, Linsen für Endoskopoptiken bis hin zu Maschinen für Optiken, die in Luft- oder Raumfahrt eingesetzt und von Firmen wie Zeiss, Nikon oder Samsung erworben werden.

Das Unternehmen ist der technologische Weltmarktführer in vielen Bereichen des Maschinenbaus für die Präzisionsoptik und Brillenoptik. Und trotz allem befindet sich der Hauptsitz von OptoTech nach wie vor in Wettenberg. Wo man 1988 mit vier Mitarbeitern begann, finden heute rund 150 Menschen einen Job. Neben der guten Verkehrsanbindung spricht für den Standort auch die Nähe zur Universität und Fachhochschule. Außerdem ist die Region Mittelhessen weltweit als einer der führenden Optikstandorte bekannt, schließlich sind in der Umgebung neben OptoTech auch Leica, Zeiss und viele andere Optikunternehmen niedergelassen.

Im Zuge der Globalisierung sind die Optikexperten aus Wettenberg zu einem echten „Global Player“ geworden. Mit einem Exportanteil von über 80 Prozent werden Produkte in Niederlassungen auf dem ganzen Globus vertrieben. So gibt es seit 2014 mit OptoTech Asien und Indien auch Niederlassungen in Mumbai oder Hongkong. Zusätzlich ist man auch in Italien, der Schweiz oder den Vereinigten Staaten aktiv.

Um auf dem umkämpften Optikmarkt zu bestehen, waren kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation nötig. Nach Erfolgen wie dem „Active Fluid Jet Polishing“ ist den Ingenieuren nun ein weiterer Meilenstein gelungen, für den sie auf dem Hessischen Unternehmertag 2017 als „Hessen Champion“ in der Kategorie Innovation ausgezeichnet wurden: Die „RX-Brillengläser 2.0“.

Zum Halten der Gläser in den Maschinen wird lediglich Vakuum benötigt

Mit den „Hessen Champions“ würdigen das hessische Wirtschaftsministerium mit Minister Tarek Al-Wazir (Grüne), die Vereinigung Hessischer Unternehmerverbände sowie die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen besondere unternehmerische Erfolge in den Kategorien Weltmarktführer, Jobmotor und Innovation.

Der aktuelle Herstellungsprozess wird von modernen Verfahren optimiert. Während bisherige Verfahren zwölf bis 14 Arbeitsschritte umfassten, spart die „RX-technology 2.0“ vier Produktionsschritte ein und kommt so mit deutlich weniger Zeit- und Materialaufwand zum Ziel.

Nahezu alle Brillengläser werden heutzutage unter Einsatz schwermetallhaltiger Legierungen oder Kunststoffkleber hergestellt. Bei Optotech wurde eine Lösung entwickelt, die lediglich Vakuum zum Halten der Gläser in den Bearbeitungsmaschinen benötigt. Hierdurch entfallen nicht nur die Verwendung von umweltbelastenden Materialien, sondern auch gleich mehrere Prozessschritte bei der Herstellung der Brillengläser. Für die Glashersteller bedeutet dies eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.

Die neue OptoTech-Technologie soll darüber hinaus auch den Energieverbrauch reduzieren. (lja/ga)


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