Schärfer geht fast nicht mehr

FIRMENPORTRÄT  Sägen, Fräsen und Bohrer sind Geschäft der Spreyer Werkzeug-Technik

Jennifer Baldus gehört bereits zur dritten Genration des Familienunternehmens. (Foto: Kaminsky)
Präzision auf den Millimeterbruchteil, damit hat sich die Firma Spreyer Werkzeug-Technik zu einem der führenden deutschen Unternehmen im Bereich Zerspanungs- und Schleiftechnik entwickelt. (Foto: Kaminsky)
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Seit über 40 Jahren gehört der Familienbetrieb nach eigenen Angaben zu den führenden deutschen Unternehmen im Bereich Zerspanungs- und Schleiftechnik.

„Als mein Großvater Horst Dewald zusammen mit Horst Spreyer im Jahr 1974 das Unternehmen in einer kleinen Garage im Limburger Ortsteil Offheim gründete, gab es noch in fast jedem Ort einen Schreiner. So ging es in der Anfangszeit vorwiegend um Werkzeuge für die Holzbearbeitung“, erzählt Jennifer Baldus, die heute zusammen mit ihren Eltern Ulrike und Jürgen Baldus sowie Matthias Wick das Unternehmen leitet.

Inzwischen hatte sich die Firma Spreyer dem Unternehmensverbund Agefa angeschlossen und konnte sich dadurch im Bereich Werkzeugtechnik schnell weiterentwickeln. Also platzte auch die neue Werkstatt bald aus allen Nähten. Nach schier endlosen, aber letztendlich erfolgreichen Bemühungen um ein KfW-Darlehen, baute die Firma Spreyer 1985 am Offheimer Weg in Limburg ein völlig neues Betriebsgebäude mit einer 450 Quadratmetern großen Werkshalle und einem zweistöckigen Bürotrakt. Mit dem Umzug wuchs das Unternehmen sprunghaft. Zerspanungswerkzeuge für die Metallbearbeitung wurden mit in das Portfolio aufgenommen. Dafür mussten neue Maschinen angeschafft werden und zudem benötigte die Firma zusätzliches Fachpersonal.

„Damals gab es aber keinen passenden Ausbildungsberuf für die Branche“, weiß Jennifer Baldus. Ihr Vater, der seit nunmehr zehn Jahren als Präsident dem Fachverband FDPW vorsteht, habe sich seinerzeit sehr für die duale Berufsausbildung für Präzisionswerkzeugmechaniker eingesetzt. Es gibt aber nur eine einzige Berufsschule in ganz Deutschland, die diesen relativ jungen Beruf ausbildet und auch zum Meister weiterqualifiziert.

Bei der Spreyer Werkzeug-Technik habe gerade ein junger Mann seine Ausbildung beendet, die 18-jährige Merle Lang aus Weinbach (Landkreis Limburg-Weilburg) ist im zweiten Lehrjahr und nach den Ferien startet ein weiteres Mädchen ihre Ausbildung in diesem Präzisionsberuf.

Für das Team in der Spreyer-Werkstatt ergeben sich täglich neue Herausforderungen. Gerade im Bereich Metall müssen die Werkzeuge auf den Mikromillimeter genau sein, erklärt Jennifer Baldus. Deshalb habe das Unternehmen schon frühzeitig auf die rechnergestützte Steuerung gesetzt. In einem extra für diesen Bereich geschaffenen Anbau stehen heute mehrere 5-Achs-CNC-Maschinen, die rund um die Uhr arbeiten. Dazu kommen Spezialmaschinen zum Messen und Analysieren der zu bearbeitenden Stücke wie auch zum Prüfen und Protokollieren der geschliffenen Werkzeuge. Nichts desto trotz gäbe es auch immer noch eine manuelle Abteilung, in der etwa Klein- und Sonderaufträge erledigt werden können. „Dieser Bereich ist auch für unsere Azubis sehr wichtig. Hier lernen sie das Handwerk von der Pike auf“, sagt Werkstattleiter Carsten Ebener.

„Damals gab es aber keinen passenden Ausbildungsberuf für die Branche“

Weil jeder Kunde seine individuellen Bedürfnisse habe, kämen aus dem Hause Spreyer neben dem Standard-Programm auch Werkzeuge, die nach speziellen Anforderungen konstruiert und produziert werden.

„Wir müssen im Denken dem Markt immer einen Schritt voraus sein“, sagt die 37-jährige Mitgeschäftsführerin. So versucht das Unternehmen schon heute sich auf verändernde Märkte einzustellen. „Hilfreich ist hier, dass wir auf ein gut funktionierendes Netzwerk zugreifen können. Die Firma Spreyer arbeitet eng mit dem Fachverband, der Kölner Fachhochschule und auch mit der Technischen Universität Darmstadt zusammen. Denn Theorie braucht Praxis und umgekehrt.“

In Kooperation mit dem Fachverband widme sich Spreyer Werkzeug-Technik zudem sehr stark dem Thema „Industrie 4.0“ sowie der Umsetzung auf dessen Betriebe, erklärt Jennifer Baldus.

Großen Wert legt die Spreyer-Unternehmensleitung auf Umweltschutz und den schonenden Umgang mit Ressourcen. Beispielsweise wird die Verschleppung von Kühlschmierstoffen minimiert. Außerdem wird mit der von den Maschinen abgegebenen Wärme das gesamte Betriebsgebäude beheizt.

Derzeit beschäftigt das Familienunternehmen Spreyer 43 Mitarbeiter, die in der Verwaltung, der Werkstatt und im Außendienst tätig sind.


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