Volle Kasse weckt Kauflaune bei Pfeiffer Vacuum

BILANZ Nach drei rückläufigen Jahren ist der Aßlarer Vakuumspezialist zurück auf Wachstumskurs in allen Bereichen

Von Wachstum in allen Bereichen und Quartalen berichteten die Vorstände Manfred Bender und Matthias Wiemer bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2015.

Fünf Jahre nach der Übernahme des einstigen französischen Konkurrenten Adixen sei die Integration abgeschlossen. Aus Adixen ist die Pfeiffer Vacuum SAS geworden, gewissermaßen das Gegenstück zur Pfeiffer Vacuum GmbH in Aßlar. Über beiden sitzt die Pfeiffer Vacuum Technology AG. Diese Struktur zahle sich aus, sagte Bender. So könne den unterschiedlichen Anforderungen der Märkte Rechnung getragen werden.

Der Gesamtumsatz stieg 2015 um 11 Prozent auf 451,5 Millionen. Das Betriebsergebnis betrug 60,8 Millionen Euro, was einem Anstieg von 35,8 Prozent entspricht. Auch bei der Profitabilität legte Pfeiffer Vacuum zu, die Betriebsergebnismarge kletterte um 2,5 auf 13,5 Prozent. Der Auftragseingang belief sich 2015 auf 456,9 Millionen Euro (Vorjahr: 404,9 Mio.). Am Jahresende betrug der Auftragsbestand 64,7 Millionen Euro.

Aktionäre dürfen sich auf eine deutlich erhöhte Dividende von 3,20 Euro je Aktie freuen

Freuen über den Erfolg dürfen sich die Aktionäre. Die Ergebnis je Aktie erreichte 4,25 - ein Plus von fast 30 Prozent. Ferner will der Vorstand der Hauptversammlung im Mai eine Dividende von 3,20 Euro pro Aktie vorschlagen. 75 Prozent des Konzernergebnisses würden damit ausgeschüttet.

Laut Bender haben alle Marktsegmente zum Wachstum beigetragen. Allen voran der Halbleitermarkt mit einem Umsatzplus von 18,1 Prozent auf 139,9 Millionen Euro. Ebenfalls stark: Bei der Analytik gab es ein Plus von 16,8 Prozent auf 91,7 Millionen Euro. Während der Umsatz in Europa leicht um 2,1 Prozent auf 187 Millionen Euro zulegte, stieg er in Asien deutlich um 16,3 Prozent auf 151,5 Millionen, in den USA gar um mehr als 21 Prozent auf 112,4 Millionen Euro. Geholfen hat dabei der günstige Dollar-Kurs.

Überproportional um 16,1 Prozent auf 144,8 Millionen Euro stieg der Umsatz mit dem "Lieblingsprodukt" der Aßlarer, der Turbopumpe. Ebenfalls gewachsen ist das Geschäft mit Vorpumpen, Instrumenten und Komponenten sowie Service. Leichte Rückgänge gab es beim Systemumsatz.

Ziel sei es, das Wachstum fortzusetzen. Auch für 2016 kündigte Bender einen "deutlichen" Umsatzanstieg und eine weitere Verbessrung des Betriebsergebnisses an. Wachstum sieht er vor allem in den Bereichen Halbleiter/Beschichtung sowie Analytik/ Industrie. Profitieren will Pfeiffer Vacuum von globalen Trends wie Digitalisierung, erneuerbare Energien und auch Sicherheit.

Erste Umsetzungserfolge macht der Vorstand mit dem im Vorjahr gestarteten GAP-Programm aus. Ziele sind die Optimierung von Prozessen und Strukturen. Im Rahmen von "GAP" peilt der Vakuumspezialist intern eine EBIT-Marge von ehrgeizigen 20 Prozent im Jahr 2017 an.

Zusätzliche 6 bis 8 Millionen Euro plant Pfeiffer Vacuum im laufenden Jahr in die Erweiterung des Maschinenparks und damit in den Aus- und Aufbau von Standorten zu investieren. Die Gesamtinvestitionen für 2016 würden damit knapp 20 Millionen Euro erreichen.

Das Unternehmen hat ein Luxusproblem: 2015 wurden 36 000 Turbo- und 11 000 Drehschieberpumpen in Aßlar gefertigt - mehr als jemals zuvor. Absehbar stoße man an Maschinen- und Raumkapazitätsgrenzen, sagte Bender: "Wir müssen jetzt entscheiden, wie es weitergeht, wo wir weitere Maschinen aufstellen." Ob in neuen Gebäuden, oder ob durch Bündelung in der Produktion zusätzliche Kapazitäten erreicht werden, sei noch offen.

Wachsen will Pfeiffer Vacuum auch über gezielte Zukäufe. Kein Wunder, denn die Kasse ist gefüllt mit einem Nettoguthaben von 94,7 Millionen Euro. Zukäufe in "angrenzenden Märkten" seien denkbar, so Bender. "Wir suchen", Konkretes gebe es bislang nicht.

Dass die Aßlarer selbst zum Übernahmekandidaten werden könnten, nachdem die Busch-Holding GmbH im Oktober ihren Aktienanteil auf 27,19 Prozent aufgestockt hatte, beunruhigt den Vorstand offenbar nicht. "Wir sehen das erst mal als ein Kompliment dafür, dass wir gute Arbeit geleistet haben", sagte Bender.


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