Villa der Preußenstiftung wird ein Jahr lang saniert

Geschichtsträchtig
Villa von der Heydt in Berlin wird saniert
Vor dem Krieg gehörte die Villa von der Heydt zu einem reichen Ensemble im Berliner Tiergarten. Foto: Britta Pedersen

Die Arbeiten sollen - eine viermonatige Winterpause eingerechnet - ein Jahr dauern und rund 540 000 Euro kosten. Die Vorderfront ist bereits eingerüstet und mit einer Plane verhüllt.

Das herrschaftliche Gebäude am Landwehrkanal, einziges Überbleibsel eines reichen Villenviertels im Berliner Stadtteil Tiergarten, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Der Bankier und preußische Handelsminister August Freiherr von der Heydt hatte das Anwesen um 1860 als Privathaus bauen lassen. Der berühmte Gartenkünstler Peter Joseph Lenné entwarf die Außenanlagen.

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Von der Heydts Großneffe Karl führte später hier ein großes Haus - mit Gästen wie Rainer Maria Rilke und Georg Kolbe. Als er die Villa 1918 verkaufte, zog unter dem Tarnnamen «Allgemeiner Deutscher Sportverein» ein illegaler Spielclub ein.

In der Nazizeit erwarb das Deutsche Reich das Kleinod und stellte es einem engen Mitarbeiter Hitlers zur Verfügung. Im Krieg wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff bis auf den Keller und die Außenmauern zerstört. Zwischenzeitlich zog eine Bonbonfabrik in die Ruine.

Nach der Gründung des Bundesrepublik ging das Haus in Bundeseigentum über. Es wurde unter Denkmalschutz gestellt und Mitte der 70er Jahre wiedererrichtet. Seit 1980 ist es Hauptsitz der Preußenstiftung, die unter anderem für die staatlichen Museen in Berlin einschließlich der Museumsinsel zuständig ist.

Villa von der Heydt


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