Wie sich Europa gerade selbst demontiert

ZUKUNFT DER EU Nur ein Neuanfang als Wirtschafts- und Sozialunion hält die Erosion auf

Die Lage Der Umgangston ist rau geworden. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande wirken gestresst. Vor ihnen steht der nächste Gipfel der Regierungschefs Ende Juni. Bis dahin wollten die beiden ein Konzept vorlegen für eine - wie auch immer geartete - "Wirtschaftsregierung" der Euro-Gruppe. Merkel präsentiert jetzt eine neue Position wie "Kai aus der Kiste": den Chef der Eurogruppe. Wieder ein deutsch-französischer Alleingang, der die Partner brüskiert. Noch eine neue Position im EU-Gefüge? In jedem Fall noch mehr Durcheinander.

Auch sonst: Die Europapolitik hat den Rückwärtsgang eingelegt. Die "Waffen für Syrien"-Entscheidung der vergangenen Woche hat gezeigt, wie schwach die gemeinsame Außenpolitik tatsächlich ist. Und auch mit Schengen-Abkommen - das die Freizügigkeit in weiten Teilen Europas regelt - sollen die Nationen wieder Grenzkontrollen einführen können, wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

War Europa nur eine gute Idee? Die Europaidee war nach dem Krieg vom Friedensgedanken getragen, aber auch von handfesten nationalen Interessen und vom Blick auf den gemeinsamen Nutzen. Mit zwei Worten: Freiheit und Wohlstand. Beides gehörte zusammen. Und die Idee war getragen vom deutsch-französischen Willen zur Zusammenarbeit. Vom Schuman-Plan bis zur Gründung der EWG in den 50er Jahren, vom Aufbau des Binnenmarktes bis zur Europäischen Union in Zeiten der deutschen Vereinigung. Immer ging es um den Verzicht auf nationale Rechte zugunsten eines europäischen Ganzen.

Lesen Sie den vollständigen ersten Teil unserer neuen Europa-Serie in der aktuellen Ausgabe Ihrer Tageszeitung (Mittwoch, 5. Juni).

Das erwartet Sie in den weiteren Folgen:

Europa und Hessen – Minister Jörg-Uwe Hahn im Interview.

Was würde passieren, wenn wir auf den Euro verzichteten?

Der Europapolitiker Udo Bullmann aus Gießen sagt: „Wir brauchen mehr Europa!“

Europa in Mittelhessen: Was macht das Verbindungsbüro der EU-Kommission?

Europa regelt unseren Alltag – vom Rauchverbot bis zu Frauen in Führungspositionen.

Wie geht es weiter mit der Wasserprivatisierung?

Professor Sebastian Müller-Franken aus Marburg zur europäischen Einigung.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz im Interview.


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