Meinung

Kommentar zum Solarpark: Unvermeidlich wie gut

VR
VRM Redaktion

Dass Zug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien kommt, war für Uwe Röndigs unvermeidbar. Doch in seinen Augen müssen die Potenziale noch mehr ausgeschöpft werden.

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Dass genau jetzt mehr Speed auf die Debatte um den Ausbau erneuerbarer Energie kommt, ist so unvermeidlich wie gut. Denn um die Klimaziele zu schaffen und bei der Stromproduktion unabhängiger zu werden, baucht es viel größere Schritte unter anderem beim Ausbau von Freilandflächen für Photovoltaik.

Der Park in Bad Camberg wird die Frage in den Raum stellen: Wenn die, warum nicht wir? In Linter und anderswo. Allerdings sind die Zielkonflikte zwischen Erneuerbaren und Landwirtschaft nicht einfach weg, auch wenn das Land jetzt längere Leine lässt. Es gibt da auch noch Genehmigungsreigen und eine Freiflächensolaranlagenverordnung. Eine Solarisierung Hessens braucht die Solidarisierung: Bürgern und Kommunen muss nicht nur der Nutzen deutlich werden, es braucht Konzepte, dass der Benefit auch direkt an der Basis ankommt. Die Möglichkeiten sind groß und werden noch längst nicht ausgeschöpft: In Hessen gelten rund 320.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen als benachteiligt, das heißt: Sie sind nicht wirklich ertragreich und könnten anders genutzt werden. Sie machen etwa zwei Fünftel des Acker- und Grünlands aus. Damit die hessische Landwirtschaft auch in Zukunft ausreichend Flächen zur Verfügung hat, war der Zubau von Freiflächen-Anlagen auf 35 MW pro Jahr begrenzt. Das entspricht einer Fläche von rund 50 Hektar - also nur einem Bruchteil der Potenzialfläche.

Soll die installierte Solarstromleistung bundesweit bis 2030 um rund 140 Gigawatt auf rund 200 Gigawatt erhöht werden, muss richtig was geschehen. Auch in Hessen. Also: Die Debatte ist eröffnet.