Der Beste seiner Art

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu, Mitte) pfeift seine beiden Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) zurück.  Foto: Winkler/ARD Degeto/SRF

VON KIRSTEN OHLWEINDie größte Schwäche der Schweizer Tatorte waren bisher nicht die Drehbücher oder die Regisseure - sondern die amateurhafte Synchronisation, die weder zu...

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. VON KIRSTEN OHLWEIN

Die größte Schwäche der Schweizer Tatorte waren bisher nicht die Drehbücher oder die Regisseure - sondern die amateurhafte Synchronisation, die weder zu Charakteren noch zum Tatort passte.

Die leisen Töne fehlten, es wurde meist nur gebrüllt und das fast völlig ohne Emotionen. In "Verfolgt" ist diesmal alles anders. An der Synchronisation wurde ordentlich gefeilt, der Ton passt. Diesmal hapert es allerdings ein bisschen an der Handlung. Im Mittelpunkt: der Streit mit Deutschland um das Schweizer Bankgeheimnis und die Steuerflucht reicher Bundesbürger. Ein starkes Thema, wenn es gut umgesetzt wird, das gelingt den Machern nur teilweise. Dabei beginnt "Verfolgt" durchaus spannend. Eine Frauenleiche in einer fremden Wohnung, die verfolgte Ehefrau Ilka Behrens (Karin Plachetka), ihr durch Luzern irrender Ehemann Thomas (Alexander Beyer) - bis alle Fäden zu einem zusammenlaufen, vergeht eine lange Weile.

Thomas Behrens wird schließlich als Tatverdächtiger ausgemacht und gesucht. Als der flüchtige Computerfachmann überraschend bei der Polizei auftaucht und um Schutz bittet, präsentiert er eine wahnsinnige Erklärung: Er sei im Besitz von Kontodaten, Beweisen für riesige Steuerbetrügereien von Deutschen mit Hilfe Schweizer Banker. Und die hätten nun Auftragskiller auf ihn angesetzt.

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Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) suchen nun also nicht nur den Mörder von Behrens’ Geliebter, sondern auch die Personen, die ihn und seine Ehefrau verfolgen. Auf dem Weg zum Erfolg warten jedoch einige Hindernisse - in Form von Klüngeleien, Lügen und Halbwahrheiten.

"Verfolgt" ist zweifelsohne der bislang beste Schweizer "Tatort" und das Einschalten wert.