Düstere, leise Töne

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Hier ist die Polizei: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) haben Fragen.  Foto: WDR/Martin Valentin Menke

Von Conny SchneiderFamilientragödie in einer friedlichen Kölner Wohnsiedlung: Die Mutter erstochen. Der Sohn erstickt. Die achtjährige Tochter Anna ist die einzige...

Anzeige

. Von Conny Schneider

Familientragödie in einer friedlichen Kölner Wohnsiedlung: Die Mutter erstochen. Der Sohn erstickt. Die achtjährige Tochter Anna ist die einzige Zeugin.

Unheimlich und bedrückend wird das Ende der "Tatort"-Sommerpause mit einem emotionalen Fall für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) eingeläutet. Wer hatte ein Interesse daran, die Familie zu zerstören? Das traumatisierte Mädchen schweigt. Der Vater, der nach der Mordnacht von einer Fortbildung aus Frankfurt zurückkehrt, erweist sich ebenfalls als wenig hilfreich. Die beiden Kommissare durchkämmen das familiäre und berufliche Umfeld der Familie – und stoß;en dabei auf zahlreiche Menschen am Rande ihrer Existenz.

"Durchgedreht" ist wie schon die Folge "Benutzt" eine Zusammenarbeit der Regisseurin Dagmar Seume und des Kameramanns Gunnar Fuß; und überzeugt vor allem durch starke Bilder und leise Töne. Die Thematik ist derart bedrückend, dass der Zuschauer fast schon dankbar ist für kleine Schenk-Scherze ("Sie sind Fernfahrer, zehn Minuten linke Spur und schon gleichauf"). Ein bisschen mehr Spannung und ein bisschen weniger Dramatik hätten dem Ganzen gut getan. Dennoch: absolut einschaltwürdig!