Ein Schlag mit der Philosophiekeule

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Murot (Ulrich Tukur) hat viel zum Grübeln. Foto: HR/Bettina Müller

Wer auf entspannte Sonntagabendunterhaltung hofft, wird im "Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung" mit der harten Philosophiekeule erschlagen: brillante Schauspieler, aber eine...

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. Ein Serienmörder treibt in Frankfurt sein Unwesen. Vier Tote, alle mit einem aufgesetzten Schuss in den Nacken umgebracht. Das LKA jagt einem Phantom nach, für das es "keine Regeln mehr auf der Welt gibt". Die ersten drei Morde: ein Gemüsehändler türkischer Abstammung, ein chinesischer IT-Experte und ein Obdachloser: der ehemalige Philosophie-Professor Jochen Muthesius von LKA-Ermittler Murot (Ulrich Tukur). Murot war nicht irgendeiner seiner Studenten, sondern galt als Musterstudent und ging im Hause Muthesius ein und aus. Dies und die Tatsache, dass Murot vor den Taten Hinweise auf die Morde erhalten hat, machen den Fall für ihn zu einem persönlichen.

Wer auf entspannte Sonntagabendunterhaltung hofft, wird im "Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung" mit der harten Philosophiekeule erschlagen. Ein buntes Potpourri aus der Zitate-Kiste der Frankfurter Schule ergießt sich über die Zuschauerinnen und Zuschauer. Vorgetragen vom exzentrischen Clan Muthesius – allen voran: Lars Eidinger, der (Überraschung!) einmal mehr in der Rolle des Freaks glänzt. Aber damit ist er nicht allein: In der Familie Muthesius haben alle einen an der Waffel. Was beim Zuschauen für eine seltsame Mischung aus Faszination, Abscheu und Fassungslosigkeit sorgt.

Brillante Schauspieler, aber eine Story, die gleichermaßen schräg wie ermüdend ist. Schräg, klar, dafür steht Murot. Aber in diesem Fall unter Regie von Rainer Kaufmann ist schräg eher gleichbedeutend mit anstrengend. Beim Abspann kommt unweigerlich die Frage auf: Warum das Ganze?

Das Erste zeigt den "Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung" am Sonntag, 21. November, um 20.15 Uhr.

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Von Conny Holtfoth