Hilflos in der Mitte

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Farim Koban (Jasper Engelhardt) informiert von Meuffels (Matthias Brandt).  Foto: BR/Hagen Keller/X Filme Creative Pool Entertainment GmbH

Hilflos. Machtlos. Frustriert. Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) rennt in seinem vorletzten "Polizeiruf" gegen Mauern. Eine rechtsradikale Kameradschaft auf der einen, der...

Anzeige

. Von Conny Schneider

Hilflos. Machtlos. Frustriert. Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) rennt in seinem vorletzten "Polizeiruf" gegen Mauern. Eine rechtsradikale Kameradschaft auf der einen, der Verfassungsschutz auf der anderen Seite. Und mittendrin er – und Farim (Jasper Engelhardt), Halbiraner und Nazi. Eine Figur, die orientierungslos im Leben steht und für die von Meuffels eine fast väterliche Fürsorge entwickelt.

Farim und seine Freunde stehen unter Mordverdacht. Ihr Opfer: ein Syrer, den sie zu Tode geschlagen und getreten haben, nachdem er eine Frau in einer Münchener Unterführung sexuell belästigt haben soll. Nach der Untersuchungshaft kommen die Männer jedoch wieder frei. Von Meuffels erhält keine Unterstützung von Seiten der Staatsanwaltschaft. Verfassungsschutzmitarbeiter Röhl (Joachim Król) hat hingegen freie Hand: "Meine Ermittlungen haben immer Vorrang. Es geht um mehr. Manchmal machen wir uns eben die Hände schmutzig." Er macht Farim zum V-Mann, von Meuffels will ihn dagegen als Kronzeugen haben.

Körperliche, seelische, politische Gewalt – "Das Gespenst der Freiheit" von Regisseur Jan Bonny lässt den Zuschauer ähnlich hilflos, fassungslos und angewidert zurück wie von Meuffels. Und ebnet den Weg für einen Ausstieg Brandts aus der Münchener "Polizeiruf"-Reihe. Nachfolgerin wird die Österreicherin Sophie Rois.