Keine Currywurst, kaum Klischees: In Köln wird's nachdenklich

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Jütte (Roland Riebeling, v.l.), Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) sind ratlos. Foto: WDR/Thomas Kost

Die Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln im Mordfall des Schülers Jan Sattler. Der 17-Jährige ist in einer...

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. Im schulischen Umfeld erfahren die beiden Ermittler, dass der Junge enormen Anfeindungen ausgesetzt war, insbesondere im Kreis einer Projektgruppe des Bio-Leistungskurses. Im Zuge der Befragungen wird Schenk schließlich bezichtigt, eine Schülerin sexuell belästigt zu haben. Ein Video dazu geht im Netz online.

Mobbing, Homosexualität und eine gesellschaftliche Verrohung sind die drei großen Themen, um die der nun schon 77. gemeinsame Fall von Ballauf und Schenk eindringlich kreist. Manchmal kratzt der "Tatort: Kein Mitleid, keine Gnade" von Regisseur Felix Herzogenrath gar zu sehr an den gängigen Klischees, schafft es aber immer wieder rechtzeitig, die Kurve zu kriegen, um seine erschreckende Glaubhaftigkeit zu bewahren. Ein echter Hingucker dabei ist das intensive und gut gewählte Spiel mit Licht und Farbe. Kontraste, die sich auch im Inhalt und im Innenleben der verschiedenen Figuren widerspiegeln – ebenso wie in der Widersprüchlichkeit einer vermeintlich toleranten Gesellschaft, in der Anderssein nach wie vor ein Tabu ist.

Definitiv keine Kölner Currywurst-Stimmung, aber dafür ein gut gemachter, nachdenklich stimmender "Tatort". (Conny Holtfoth)

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Das Erste zeigt den "Tatort: Kein Mitleid, keine Gnade" am Sonntag, 12. Januar, um 20.15 Uhr.