Mutiges Drehbuch

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Stedefreund (Oliver Mommsen), BKA-Kollegin Linda Selb (Luise Wolfram, M.) und Lürsen (Sabine Postel) ermitteln online.   Foto: Radio Bremen/Christine Schroeder

Von Kirsten OhlweinDer "Tatort" aus Bremen ist bekannt dafür, aktuelle gesellschaftliche Themen aufzubereiten – natürlich verpackt in eine Handlung, die einen Mord...

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. Von Kirsten Ohlwein

Der "Tatort" aus Bremen ist bekannt dafür, aktuelle gesellschaftliche Themen aufzubereiten – natürlich verpackt in eine Handlung, die einen Mord beinhaltet. So auch dieses Mal – doch in "Echolot" wagen sich die Autoren Peter Henning und Christine Otto diesmal so weit vor, dass sich beim Zuschauer erstmals nach 60 Minuten Fassungslosigkeit in Form von Stirnrunzeln breitmacht und aufgeregtes Kopfschütteln in seiner positivsten Form den Film beendet. Wo nehmen diese Autoren ihre Ideen her und woher nehmen sie den Mut, sie so selbstbewusst umzusetzen?

Bremen wandelt auf den Spuren des letzten Stuttgarter Falls, aber nur ein bisschen. Es geht tief in die Welt der Technik und der künstlichen Intelligenzen.

Vanessa Arnold (Adina Vetter), Mitbegründerin eines Bremer Startup-Unternehmens, kommt bei einem Autounfall ums Leben. Schnell wird klar, dass Arnold umgebracht wurde. Mit drei Freunden hatte Arnold viele Jahre in die Entwicklung eines digitalen Assistenten investiert, der kurz vor der Produkteinführung stand.

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Die Kommissare Stedefreund (Oliver Mommsen) und Lürsen (Sabine Postel) müssen bald alles, was sie bisher für möglich hielten, hinterfragen. Ebenso wie der Zuschauer, der sich zumindest zu einem Drittel des Films nicht in einem Krimi, sondern in einer Science-Fiction-Verfilmung vermutet.

Erfrischend: 90 Minuten Ermittlungen ohne jegliche private Probleme der Kommissare. Wann gab es das zuletzt?