Schwere Kost

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Berlinger (Heike Makatsch) macht sich Sorgen um ihren Großcousin.  Foto: SWR/Julia Terjung

Mainz ist ... keine Sorge, hier soll kein zotiges Wortspiel bemüht werden. Mainz ist grau. Und passt damit ganz gut zu Neubürgerin Ellen Berlinger (Heike Makatsch). Die ist...

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. Von Markus Engelhardt

Mainz ist ... keine Sorge, hier soll kein zotiges Wortspiel bemüht werden. Mainz ist grau. Und passt damit ganz gut zu Neubürgerin Ellen Berlinger (Heike Makatsch). Die ist zwar keine graue Maus, doch triste Gedanken sind der forschen Ermittlerin nicht fremd. Kein Wunder, dass ihr der vergleichsweise lebendige Kollege Martin Rascher (Sebastian Blomberg) manches Mal zu sensibel vorkommt. Trotzdem beweisen die beiden Polizisten, dass sie ein gutes Team sind, als sie sich mit dem Verschwinden eines Teenagers konfrontiert sehen und ihre Ermittlungen sie zu einer unaufgeklärten Mordserie führen. Für Berlinger wird ihr zweiter Fall zudem persönlich: Der Sohn ihrer Cousine könnte darin verwickelt sein.

Wann immer der Kommissar von jemandem verkörpert wird, der durch andere Rollen bekannt wurde, nennen die "Tatort"-Produzenten das ein "Special". Til Schweigers Hamburger Action-Spektakel, die parodistischen Fälle von Nora Tschirner und Christian Umen ... Ob Jan Josef Liefers und Wotan Wilke Möhring wohl bereuen, dass ihre Charaktere in Serie gegangen sind statt nur ab und zu die Ermittlungen aufzunehmen?

Nun denn, der zweite Fall von Ellen Berlinger ist also das Osterei für die Krimi-Gemeinde – und kommt dabei zumindest solide daher. Zwar umschifft Regisseur Markus Imboden nicht jedes Klischee. Aber Heike Makatsch schafft es souverän, selbst trivialen Dialogen und sattsam bekannten Kamera-Einstellungen noch etwas abzuringen.

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"Die Zeit der Frösche" ist thematisch sicher alles andere als leichte Kost, zum Abschluss des langen Wochenendes dürfte der Film jedoch niemandem schwer im Magen liegen.