Zu viele Zufälle

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Flückiger (Stefan Gubser) und Ritschard (Delia Mayer) halten Lagebesprechung.  Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Die Qualität eines Krimis bemisst sich vor allem an seinem Ende. Oder eher: seiner Auflösung. Steckt hinter dieser Auflösung fast nur Kommissar Zufall und nicht ein...

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. Von Kirsten Ohlwein

Die Qualität eines Krimis bemisst sich vor allem an seinem Ende. Oder eher: seiner Auflösung. Steckt hinter dieser Auflösung fast nur Kommissar Zufall und nicht ein pfiffiger, spezieller, schockierender Dreh, macht sich der ganze Film fast überflüssig. Leider ist dies auch beim neuen Schweizer "Tatort" "Zwei Leben" der Fall. Dabei beginnt es so überzeugend: Filmisch sind die ersten Minuten kaum besser zu machen. Zudem glänzt Michael Neuenschwander in der Rolle des Busfahrers Beni Gisler. Und doch: Am Ende bleiben Augen und Mund trocken, das war zu einfach!

Zum Fall: Ein Körper knallt gegen die Windschutzscheibe des Fernbusfahrers Gisler. Alles deutet auf Suizid hin. Gisler war früher Lokführer und hat bereits mehrere Selbstmorde erlebt. Er ist traumatisiert. Das ist die erste Handlung des Krimis. Dass der Mann, der später tot unter Gislers Bus liegt, sich nicht allein von der Brücke gestürzt hat, bringt die Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ins Spiel. Das ist die zweite Handlung.

Zudem kennt Flückiger Gisler aus Militärzeiten und bemerkt schnell dessen Probleme. Knapp 80 Minuten lang entwickelt sich ein Film, der mitfühlen und miterleben lässt. Dann kommt Flückigers und Ritschards Kollege "Zufall" ins Spiel und zerstört, was mühsam aufgebaut wurde. Schade.