Der achte Merck-Preis geht an Thorsten Brinkman

Die Dame ist im Eimer: „Venus la Shade“ erinnert als Travestie klassischer Motive an Werke von Tizian und Manet. Mit solchen originellen Inszenierungen  überzeugte Thorsten Brinkmann die Jury der Darmstädter Fototage. Foto: Thorsten Brinkmann

Bei den Darmstädter Tagen der Fotografie ist der Hauptpreis mit 7000 Euro dotiert. Z zwei weiter Auszeichnungen gehen an Wolfgang Vollmer sowie das Duo Pufleb und Schlieper.

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DARMSTADT. (red). Thorsten Brinkmann hat den achten Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie erhalten. Er wurde am Freitag in der Darmstädter Centralstation für seine Serie „not just one title“ ausgezeichnet. Zusätzlich hat die Jury zwei Anerkennungspreise vergeben an das Künstlerduo Pufleb und Schlieper für die Serie „Alternative Moons“ sowie an Wolfgang Vollmer für „Meisterwerke der Fotografischen Kunst – Die Sammlung Vollmer“. Thorsten Brinkmann erhält als Preisgeld 7000 Euro. Die beiden Anerkennungspreise sind mit je 1500 Euro dotiert.

Die Jury lobt beim Hauptpreisträger seine originellen Ideen sowie die technisch und ästhetisch gelungene Umsetzung: „In Brinkmanns Schaffen stecken sowohl eine fantasiereiche Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte als auch die Neugier und der kreative Drang, neu zu kombinieren. Es ergibt sich ein Zusammenspiel aus Formen, Materialien und bildnerischen Traditionen, die einer Aufführung im Theater gleicht. Da Brinkmann immer wieder aufs Neue mit seinem Humor und seiner Lust am Darstellen inspiriert, ist er der passende Preisträger des diesjährigen Darmstädter Fotografiefestivals.“

An der Serie „Meisterwerke der Fotografischen Kunst – Die Sammlung Vollmer“ gefiel der Jury, wie der Fotograf „auf humorvolle Weise Ikonen der Fotografiegeschichte mit Bildbeschriftungen verschränkt und sie fantasievoll in neue Sinnzusammenhänge umdeutet“. Die Werke von Puffleb und Schlieper überzeugten die Jury mit „Humor und Ironie“.

Der Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie wird vom Unternehmen Merck gestiftet und ist mit 10 000 Euro einer der höchst dotierten Fotopreise Deutschlands. Aus 320 Einsendungen zum Thema „Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie“ nominierte die Jury 15 Arbeiten. Erst am Eröffnungstag des Festivals und nach Beurteilung der Präsentation im Ausstellungsraum – dem Designhaus Darmstadt – wurde die Siegerarbeit ermittelt.

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Das Festival „Darmstädter Tage der Fotografie“ setzt gesellschaftlich relevante Themen und fördert den interdisziplinären Diskurs in der Fotografie. Die Foto-Tage wurden 2004 begründet, 2019 wurde nach zehn Ausgaben das Konzept erneuert und mit dem Kunstforum der TU Darmstadt eine Partnerschaft geschlossen. Seither wird das Festival vom Kunstforum der Technischen Universität präsentiert.