Wie eine Krimiautorin in der Corona-Zeit arbeitet

Eine Lesung wie hier in Neuhof aus ihrem vorherigen Buch würde Susanne Kronenberg gerne mal wieder erleben. Archivfoto: Fromme

Noch vor dem Lockdown konnte sich Susanne Kronenberg mit Büchern über Kloster Eberbach eindecken. Dort spielt ihr neuer Roman – auch wenn die Buchpremiere dort verschoben ist.

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WIESBADEN. Sie hat ihr Büro in Wiesbaden. Und ermittelt in der ganzen Region. Jetzt ist Norma Tann im Rheingau unterwegs: „Mord in Kloster Eberbach“ heißt der Titel des neunten Krimis, den die Autorin Susanne Kronenberg ihrer Ermittlerin widmet. „Sie war schon sehr aktiv“, sagt die Schriftstellerin schmunzelnd.

Hätte sie sich träumen lassen, dass sie diese Figur so oft wieder aufleben lässt? „Nein, gar nicht. Aber sie entwickelt sich ja auch weiter: Sie hat deutlich mehr Ecken und Kanten bekommen und ermittelt noch präziser als am Anfang.“ Und erweitert auch ihr Terrain: Beim letzten Mal durfte sie in der langen Geschichte ihrer Fälle in der Region seit 2007 nach Weimar reisen, „da habe ich auch sehr gerne vor Ort recherchiert – das ist so eine entspannte Stadt“. Kloster Eberbach habe sie als Schauplatz schon immer gereizt: „Das ist eine spannende Reise in die Geschichte für mich gewesen.“ Denn es geht zwar auch um die Dreharbeiten für „Der Name der Rose“ Mitte der 80er Jahre, aber ebenfalls um die Geschichte des Klosters im 19. Jahrhundert, als dort noch die Psychiatrie einquartiert war. „Da hatte ich Glück: Ich konnte mich vor dem Lockdown mit Büchern aus der Landesbibliothek eindecken – hinterher wäre ich nicht mehr dazu gekommen.“

Susanne Kronenberg zählt auch zu der Gruppe „Dostojewskis Erben“ mit anderen Autoren der Region. Bietet sich Krimi hier so an? „Auf jeden Fall: Man kann die Gegensätze in der Region gut hineinpacken – wie überhaupt jedes Thema.“ Wiesbaden sei so vielfältig, „da gibt es tolle Schauplätze“, sagt die gebürtige Hamelerin, die Mitte der 90er nach Wiesbaden gezogen ist und jetzt in Taunusstein lebt.

Neben Krimis schreibt die Autorin gern regionale Reiseführer. 2020 kam „Lieblingsplätze Rheinhessen kulinarisch“ heraus – „aber leider mit Weinfesten, Straußwirtschaften – all dem, was jetzt durch Corona nicht stattfindet“. Auch über Wiesbaden und Rheingau-Taunus hat sie 2011 Ähnliches geschrieben: „66 Lieblingsplätze und 11 Winzer“. Da konnte sie viele eigene Vorlieben einbringen: „Das ist eine schöne Abwechslung zum Krimi-Schreiben.“

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Was ihr natürlich auch fehlt, sind Lesungen aus ihrem neuen Buch: „Wir wollten ja die Buch-Premiere eigentlich in Kloster Eberbach machen – aber ich hoffe, das werden wir nachholen können.“ Und worum wird es in ihrem zehnten Norma-Tann-Krimi gehen? „Ich bin noch auf der Suche.“ Aber ihre Norma wird schon fündig werden.