„Vier durch vier“ von Arne Dahl

Wieder ist der Buchtitel eine Gleichung: Gegner der Ermittler Molly Blom und Sam Berger in „Vier durch vier“ ist ein russischer Mafiaboss.

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. Angesichts der Fülle an skandinavischer Kriminalliteratur fällt es nicht leicht, mit einer originellen Variante des bewährten Konzepts „Zerrissener Cop sucht raffinierten Serienkiller“ aufzuwarten. Doch nach erfolgreichen Romanreihen um die Sonderermittler der „A-Gruppe“ und deren „Opcop“-Ableger hat der schwedische Schriftsteller Arne Dahl (mit bürgerlichem Namen Jan Lennart Arnald) es verstanden, mit dem Ermittlerpaar Sam Berger und Molly Blom neue, ungewöhnliche Serien-Protagonisten zu kreieren.

In „Sieben minus eins“ (2016) blieb lange unklar, ob es sich bei der undurchsichtigen Agentin Blom nicht um eine Gegenspielerin des unschuldig unter Mordverdacht geratenen Polizisten Sam Berger handelte. Doch im nun vierten Band „Vier durch vier“ als Start eines zweiten Zyklus‘ zieht das inzwischen als Privatermittler agierende Duo sogar eine gemeinsame Tochter auf. Weil Molly vom trauten Heim aber nichts wissen will, verlässt sie samt Tochter den von Frau und Kindern getrennt lebenden Sam.

Erst als der frustrierte Ex-Polizist im Auftrag einer Psychiaterin nach einer entführten und vom Tode bedrohten Ex-Zwangsprostituierten fahndet, taucht die Gefährtin wieder auf. Und wo Band drei der Reihe („Fünf plus drei“) sich um des Überraschungseffekts willen kaum noch um Plausibilität zu scheren schien, weist dieser Folgeband wieder die Qualitäten der ersten beiden Teile auf.

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Erneut muss der Leser sich zu Beginn angesichts rätselhafter Ereignisse und einer Vielzahl neuer Charaktere erst einmal orientieren, wieder offenbaren sich die wahren Absichten mancher Figuren erst im Verlauf der zunehmend fesselnden, blutigen Handlung. Selbst der deutsche Titel „Vier durch vier“ wird erst gegen Ende erläutert. Dabei steht der Gegenspieler, ein sadistischer russischer Mafiaboss mit Wikingerschwert auf Schatzsuche, von Anfang an fest.

Arne Dahl wartet jedoch mit zahlreichen Wendungen und Enthüllungen auf bis zum fiesen Cliffhanger im letzten Absatz und geht mit seinem Personal ähnlich unbarmherzig um wie die „Game of Thrones“-Autoren. Doch im Gegensatz zu den Teilen zwei („Sechs mal zwei“) oder drei erweist sich der Einstieg für Neuleser als einfach – wobei die Kenntnis der ersten Trilogie nicht schaden kann.