Intendant Markus Müller über finanzielle Perspektiven für...

Seit der Spielzeit 2014/15 ist Markus Müller Intendant und Geschäftsführer des Mainzer Staatstheaters. Foto: hbz/Harry Braun  Foto: hbz/Harry Braun

Im August geht Intendant Markus Müller in seine fünfte Spielzeit. Bislang ist die künstlerische Bilanz prächtig, auch wenn das Haus finanziell weiter kämpfen muss....

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MAINZ. Im August geht Intendant Markus Müller in seine fünfte Spielzeit. Bislang ist die künstlerische Bilanz prächtig, auch wenn das Haus finanziell weiter kämpfen muss.

Herr Müller, trotz aller Preise und Zuschauerrekorde, ist das Theater abhängig von öffentlichen Zuschüssen von Stadt und Land, die derzeit circa 24 Millionen Euro betragen. Die Stadt wird sich auf Dauer ihren Anteil von 50 Prozent nicht mehr leisten können. Wie könnte ein Finanzierungsmodell für die Zukunft aussehen?

Der aktuelle Wirtschaftsplan hat seitens der Stadt die aktuellen Kostensteigerungen aufgegriffen, wofür ich sehr dankbar bin. Durch die Rückführung des Orchesters ins Staatstheater im kommenden Jahr wird sich die Verteilung der Mittel um einige Prozentpunkte zugunsten der Stadt verschieben, was eine perspektivische Entlastung bedeuten würde.

Muss man nicht generell über eine Veränderung des Gesellschaftermodells nachdenken?

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Ich denke, dass dies im Zuge der Orchester-Reintegration gelingen könnte. Wir sind da in guten Gesprächen mit den Beteiligten, und ich glaube, alle erkennen, dass das Theater finanziell an der Untergrenze arbeitet. Ich habe ein gutes Gefühl, dass man sich in die richtige Richtung bewegt – obwohl ich da noch keine Jubelschreie ausstoßen möchte.

Das Theater gibt verstärkt Gastspiele in Rheinhessen, etwa in der Kulturhalle „kING“ in Ingelheim. Nun feiert eine Produktion von Tanzmainz am 26. Mai im hessischen Kloster Eberbach Premiere ...

Das Kloster ist ein spannender Spielort, weil er historisch viel mit Mainz und dem Bistum Mainz zu tun hat. Das Kloster Eberbach als eine Wiege des christlichen und jüdischen Glaubens ist einer der wichtigsten Orte hier in Region und deshalb eine ideale Spielstätte für das israelische Choreografenpaar Guy Weizman und Roni Haver.

Im Juni beginnt im Kleinen Haus der Einbau der neuen Obermaschinerie. Welchen Einfluss hat das auf die Spielzeit?

Wir schließen das Kleine Haus am 10. Juni. Die Umbauarbeiten werden dann circa zehn Wochen dauern. Zum Beginn der Spielzeit am 18. August soll die Anlage installiert sein. Anschließend werden unsere Mitarbeiter an der neuen Technik und Software geschult. Die erste Premiere ist am 19. Oktober mit dem Calderón-Stück „Das Leben ein Traum“. Man wird dann endlich wieder während der Vorstellungen die Bühnenbilder offen verwandeln, im Nu neue Räume schaffen können. Wir konnten all die Jahre Stücke, die viele Raumwechsel erforderten, gar nicht auf den Spielplan nehmen oder mussten sie im Großen Haus zeigen.

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Wird es wieder eine hölzerne Sitzlandschaft am Tritonplatz geben?

Ja, ab dem 2. Mai kann man dort wieder bis Oktober Platz nehmen. Wir werden hier auch Veranstaltungen machen, etwa beim „Kraut und Rüben“-Theaterfest am 18. August und auch zum „Grenzenlos Kultur“-Festival vom 13. bis 23. September, das weiterhin im Staatstheater stattfindet. Draußen wird das Festivalzentrum mit drei Containern aufgebaut. Den Tritonplatz wird diesmal zudem auch mehr Grün zieren als im letzten Jahr.

Das Interview führte Michael Jacobs.