Schulen in Coronazeiten: Dick eingepackt

Nicht etwa Tablets, sondern dicke Pullis und Schals werden im Winter die Begleiter der Schulkinder werden. Foto: Kopp/vrm

Nicht etwa Tablets, sondern Pullis und Schals gehören künftig zur Grundausstattung der Schulen in Hessen. Die haben sie mit Sicherheit nötig, denn in den Schulen wird...

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USINGEN/NEU-ANSPACH. In Deutschland wird im kommenden Winter die schulische Grundausstattung eines jeden Schülers umgekrempelt. Nicht etwa, dass jeder auf einmal ein Tablet oder Laptop in den Händen hält, wie eigentlich durch den Digitalpakt im Optimalfall hätte verwirklicht werden können. Stattdessen werden dicke Jacken, Schals und Decken im Trend bei den Lernenden und den Lehrern gleichermaßen liegen - spätestens an den kommenden nassen und kalten Tagen.

Die kalte Jahreszeit kommt mit großen Schritten. Und mit ihr die Empfehlung für Schulen, in 20-Minuten-Abständen die Klassenräume für drei bis fünf Minuten stoßzulüften. "Bislang ging es von den Temperaturen her ja immer noch", erzählt der Schulleiter der Usinger Christian-Wirth-Schule Hans-Konrad Sohn. Denn bis vor den Herbstferien sei das Wetter auch noch dementsprechend warm gewesen.

Die eigentliche Bewährungsprobe, die steht den Schulen in den kommenden Monaten jedoch erst bevor. Dann wird sich zeigen, ob man die kommenden Monate mit dem bestehenden Lüftungskonzept auch tatsächlich bestehen kann, oder ob es zwar gesund ist, bei den Schülern aber zum gefühlten Eintritt in die Kältestarre kommt, wenn gelüftet wird.

In den vergangenen Monaten war der Umgang mit Frischluft übrigens kein Problem. "Bislang haben wir uns in der CWS auch ohne Verordnung vom Land an die Lüftungsregeln gehalten. Seit dem Sommer standen die Fenster und die Türen zum Flur im Unterricht bei uns immer auf", erklärt Schulleiter Sohn und konstatiert, die CWS habe quasi schon dort mehr gemacht, als sie eigentlich sollte zum damaligen Zeitpunkt sollte. Und bislang sei man damit auch ganz gut gefahren.

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Auch in der Grundschule "am Hasenberg" in Neu-Anspach befolgt man die Vorgaben des Ministeriums vollständig. "Wir haben glücklicherweise große Fenster, die wir aufmachen können, außerdem in einzelnen Klassenräumen auch noch Türen, die nach außen geöffnet werden können", erklärt Schulleiter Thomas Hergett gegenüber dem Usinger Anzeiger. Zudem befindet sich in jedem Klassenraum ein Handwaschbecken und jede Klasse hat ihre eigene Sanitäranlage in Benutzung.

Natürlich würden die Hygienemaßnahmen wie Händewaschen oder Lüften auch Zeit kosten, die von der eigentlichen Unterrichtszeit abgehen. Und natürlich sei es so, dass das Lüften während der Unterrichtsstunde den Unterrichtsfluss auf die eine oder andere Art und Weise unterbrechen würde, bekennt der Schulleiter der Grundschule. Trotzdem ist Hergett mit den Maßnahmen im Einklang: "Besser so, als wenn die Kinder nicht mehr zur Schule kommen können."

Auch bei seinen Schülern gehören Jacken mittlerweile zur Grundausstattung. "Unsere Schüler haben mittlerweile alle über den Stuhllehnen mindestens eine Strickjacke hängen. All die Maßnahmen sind halt unsere neue Normalität. Früher war es eine andere, aber heutzutage ist es nun einmal so", meint Hergett abschließend.

Von Inka Friedrich