Die "Frau mit Hut" Gudrun Vorsmann feiert ein rundes Jubiläum

Klarer Fingerzeig: Gudrun Vorsmann, hier mit Reinhard Dehn und dem damaligen Weilroder Bürgermeister Axel Bangert, hat ein vielfältiges Berufsleben hinter sich.  Archivfoto: Neugebauer
© Neugebauer

Sie ist bekannt als Immobilienmaklerin, Eventmanagerin oder einfach als "Frau mit Hut": Gudrun Vorsmann feiert ihren 80. Geburtstag. Und bekennt: "ich liebe das Leben".

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. UsingenMan kennt sie vielleicht als Immobilienmaklerin, als Eventmanagerin, als Seminarleiterin, als Lokalpolitikerin oder einfach nur als engagierte Bürgerin. Vor allem kennt man sie aber als die "Frau mit dem Hut". Keine Frage, Gudrun Vorsmann hat in den vergangenen Jahren im Usinger Land etliche Spuren hinterlassen. Am Sonntag feierte sie ihren 80. Geburtstag.

Klar, etwas ruhiger ist es im Leben der viel beschäftigten Frau, die mittlerweile von Usingen nach Mauloff gezogen ist, schon geworden. Aber Langeweile kommt bei ihr auch im "Ruhestand" nicht auf. "Ich liebe das Leben und ich liebe die Natur", sagt sie. Hat sie ein Problem, dann löst sie es. Das war früher so und das ist auch heute noch ihr Motto.

Und Probleme musste sie einige lösen, denn die seit Sonntag 80-Jährige, die zehn Jahre Mitglied der FDP/FWG-Fraktion im Usinger Stadtparlament gewesen ist, hat ein spannendes und aufreibendes Berufsleben hinter sich. "Phasenweise habe ich Tag und Nacht gearbeitet", erinnert sie sich. Und anderem war Gudrun Vorsmann als Immobilienmaklerin tätig. Dabei wollte sie neues Leben in die Usinger Innenstadt bringen und kaufte einen Großteil der damaligen City-Passage in der Usinger Obergasse, die schließlich zur Schloß-Passage wurde, mittlerweile aber leider größtenteils leer steht. Sie wollte in der "Buchfinkenstadt" Usingen, in die sie 1971 gezogen war, 24 Buchfinken aufstellen und lud dazu 14 Künstler ein, unter anderem den Usinger Friedrich-Wilhelm Vosswinkel, der sich in dieses Projekt sehr einbrachte. Schließlich standen die 24 Exemplare auch an markanten Orten der Stadt. "Dann sind sie leider durch Vandalismus zerstört worden", blickt Vorsmann zurück.

Sie war aber nicht nur im Usinger Land aktiv, ihre beruflichen Reisen verschlugen sie auch in so ferne Länder wie etwa den Oman - und diese Reisen hielten immer wieder Überraschungen parat. "Im Oman musste ich ein Hotel verkaufen und traf mich dort mit dem Direktor. Wie sich dann herausstellte, wohnte er ausgerechnet in Neu-Anspach."

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In ihrem späteren Berufsleben hat die "Frau mit Hut" Seminare gegeben - beispielsweise für Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollten. Dabei sei es ihr immer ein Anliegen gewesen, zu motivieren und Mut zu machen - aber auch ehrlich und direkt zu sein. "Ich habe den Frauen zum Beispiel gesagt, dass der Haushalt wie ein Betrieb ist. Man sollte ihn morgens erledigen und sich dann nachmittags oder abends in Volkshochschulen weiterbilden."

Auch aktuell ist es ihr ein Anliegen, mit Menschen in Kontakt zu treten - vor allem mit jüngeren. "Ich könnte mir gut vorstellen, ein Seminar für Schulabsolventen anzubieten, um sie auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten", berichtet Gudrun Vorsmann von ihren Plänen. Bedarf dafür sieht sie durchaus, denn das eine oder andere Defizit in Sachen Umgangsformen hat sie bei der jungen Generation entdeckt. "Viele konzentrieren sich viel zu sehr auf ihr Handy, anstatt die direkte Interaktion mit anderen Menschen zu suchen."

Um eine klare Meinung war und ist Gudrun Vorsmann nie verlegen. Und es ist keine Frage, dass dies auch mit 80 Jahren so bleiben wird.