Kransberg hofft auf stabiles Internet

Kransberg ist mit der Internetverbindung nicht zufrieden. Symbolfoto: Archiv
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Der Usinger Stadtteil Kransberg sieht sich von der Stadt alleine gelassen und hofft auf mehr Unterstützung bei der Einrichtung eines schnelleren und stabileren Internets.

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. KRANSBERG. Allein das Notieren der in Corona-Zeiten erforderlichen Kontaktdaten hat in der jüngsten Sitzung des Kransberger Ortsbeirat eine halbe Stunde gedauert. Das lag daran, dass mehr als 20 Bürger Anliegen hatten, die sie mit dem Gremium besprechen wollten. Nicht alles, was an die vier ehrenamtlichen Politiker herangetragen wurde, kann von ihnen auch abgearbeitet werden.

Wackelige Verbindung

So fühlt sich der Ortsbeirat um Ortsvorsteher Walter Walle (SPD) von der Stadt allein gelassen, wenn es um das Internet im Stadtteil geht. "Die Bundesregierung möchte, dass 90 Prozent der Bevölkerung auf stabiles Internet zugreifen kann", so Walle, "aber von der Stadt höre ich in diesem Zusammenhang nur, dass sie da nicht zuständig ist". Eine Einstellung, die ihn nicht gerade heiter stimmt. Auch die Prüfliste, auf der immer Themen aufgelistet werden, die noch nicht bearbeitet worden sind oder in Arbeit sind, kam dieses Mal wieder einmal nicht gerade zeitnah. "Am Mittag des Sitzungstages, also um 12 Uhr, trudelte diese Prüfliste bei mir ein. Da ist dann keine Zeit mehr, um noch etwas in die Wege zu leiten", ist Walle ungehalten, denn die letzte Sitzung des Ortsbeirats war im März. Also genug Zeit, um diese Liste früher an Walle zu verschicken. In Zeiten von Corona habe jeder viel Verständnis, aber das müsse wirklich nicht sein. Was das Internet angeht, mussten viele Kransberger, die ins Homeoffice geschickt wurden, mit wackligen Verbindungen und anderen Problemen klar kommen. "Die Telekom sagt, sie macht da nichts, weil sie die Kunden nur für ein Jahr binden darf. Danach wechseln die meisten zu anderen Anbietern", so Walle weiter. Er wünscht sich dennoch eine schnelle und stabile Internetverbindung für alle, die im Dorf leben und arbeiten. Dass die Telekom das Glasfaserangebot nicht unterbreite wegen der mangelnden Wirtschaftlichkeit, könne nicht hingenommen werden.

Weitere Themen in der etwa dreistündigen Sitzung war eine Vorstellung von Dr. Armin Frisch, der den Reiterhof bei Kransberg betreibt. Er bietet allerdings weder Reitstunden noch Reittherapie an, sondern alle, die dort ihr Pferd stehen haben, kümmern sich selbst um das Ausreiten und so handelt es sich, so Walle, mehr um eine Pferdepension. Bedauerlich, dass keine Reitstunden angeboten würden, aber dies sei eben so.

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Importiertes Unkraut

Was die Beleuchtung in Kransberg angeht, ist die Liste jener, die noch die "alten Lampen" haben, vergleichsweise lang. "Schon seit zwei Jahren ist die Stadt damit beschäftigt, hier die Lampen sukzessive auszutauschen", sagt Walle. Er möchte, dass das Ganze schneller vonstattengeht. Außerdem hat das Gremium über die Haingasse und deren Ausbau gesprochen. Zurzeit ist sie geschottert und soll noch mit Sand geebnet werden, damit sie besser befahren und für Spaziergänge sowie von den Besitzern der Schrebergärten genutzt werden kann. Der Zustand der Haingasse sei nicht der Beste, so Walle.

Probleme gibt es auch am Bachlauf, weil ein Unkraut von Pfaffenwiesbachs Wiesbach nach Kransberg "transportiert" werde. Hier müsste ein Gespräch mit der Gemeinde Wehrheim geführt werden, so Walle weiter. Er berichtete außerdem freudestrahlend davon, dass sich ein Team Kransberg bilden wird, in dem sich Kransberger mit verschiedenen handwerklichen Fähigkeiten einbringen wollen. "Das ist ein wenig der Geist von 2006, als wir dolles Dorf wurden", so der Ortsvorsteher. Diese Menschen wollen mit Unterstützung und Zustimmung der Stadt das eine oder andere in Angriff nehmen, was für den städtischen Haushalt abgelehnt oder verschoben werden musste. "Darunter fällt aber nicht die Spülmaschine, die wir schon seit zehn Jahren immer wieder für die Küche im Bürgerhaus anmahnen", so Walle. Er selbst freut sich, dass die Kransberger bereit sind, etwas für ihr Dorf zu tun. Allerdings sind, so sein Credo, weder der Ortsbeirat geschweige denn der Ortsvorsteher dafür zuständig, sich darum zu kümmern, wenn irgendwo die Hecken nicht richtig getrimmt wurden oder anderer Kleinkram. Hier empfiehlt er den direkten Weg an die Stadt Usingen.