Biebertaler Parlament will Wasserschutzzonen prüfen lassen

Vertreter des Vereins "Biebertaler Natur erleben und bewahren" überreichen das Gutachten den Fraktionsvorsitzenden im Parlament.  Foto: Jahn

Ein neues Gutachten zeigt: Windräder könnten eine Gefahr für das Trinkwasser sein. Die Gemeindevertreter wollen handeln.

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BIEBERTAL. Die geplanten Windkraftanlagen im Helfholz hätten maßgebliche Auswirkungen auf das Trinkwasser. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Verein "Biebertaler Natur erleben und bewahren" in Auftrag gegebenes Gutachten, welches nun im Vorfeld der Sitzung der Gemeindevertretung an Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos) sowie die Vorsitzenden der Fraktionen in der Gemeindevertretung übergeben wurde. Ausschließlich aus Spenden der Biebertaler Bürger sei das Gutachten finanziert worden, wie Vertreter des Vereins stolz betonten.

Auch in der Sitzung der Gemeindevertretung selbst war das Gutachten dann Thema. Die Freien Wähler brachten zwei auf das Gutachten zurückgehende Anträge ein. Einstimmig wurde beschlossen, das Gutachten an das Regierungspräsidium Gießen zur Beachtung nachzureichen. Außerdem soll geprüft werden, ob die aktuelle Wasserschutzzone II der Königsberger Tiefbrunnen erweitert werden muss, wie es im Gutachten des Vereins "Biebertaler Natur erleben und bewahren" anklingt. Sascha Lepper (FW) betonte dabei, dass das Trinkwasser für über 10 000 Biebertaler schließlich auch von den Königsberger Tiefbrunnen käme. Man habe die "Pflicht, dieses Grundwasser zu schützen". Das neue Szenario des Windparks im Helfholz könne neue Gefahrenpotenziale mit sich bringen. Auch Wolfgang Lenz (SPD) betonte, dass man erneuerbare Energien nur ohne Gefahren unterstützte. Dies sei im Helfholz nicht gegeben.

Zurückgehend auf einen Änderungsantrag der SPD-Fraktion wurde dann nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von FW, SPD und CDU einstimmig beschlossen. Danach werden nun der Eigenbetrieb der Biebertaler Gemeindewerke sowie der Gemeindevorstand mit der Prüfung der aktuellen Ausweisung der Wasserschutzzone beauftragt.

Man sei zwar pro Windkraft, die Prüfung des Wasserschutzes sei aber trotzdem sinnvoll, stellte Siegfried Gröf (Grüne) für seine Fraktion fest. So stimmten die Grünen dem Antrag zwar zu, beteiligten sich aber nicht an dessen Einbringung als interfraktionellen Antrag. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Cramer wies auf potenzielle Gefahren durch die Biebertaler "Insellösung" bei der Wasserversorgung hin. Man müsse Alternativen zumindest diskutieren.