Den Wald sich selbst überlassen

(red). Mit neuem Vorstand und weitestgehend alter Besetzung startete der NVF (Natur- und Vogelschutzverein Fellingshausen) in die Zukunft, mit guten Ideen, von denen noch...

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FELLINGSHAUSEN. Mit neuem Vorstand und weitestgehend alter Besetzung startete der NVF (Natur- und Vogelschutzverein Fellingshausen) in die Zukunft, mit guten Ideen, von denen noch niemand derzeit so genau weiß, ob und was aufgrund der aktuellen schwierigen Situation realisierbar sein wird.

Unter Einhaltung aller Vorschriften zur Vermeidung von Ansteckung fand im großen Saal des Gasthauses „Zur Post“ die Jahreshauptversammlung statt. Bei den Vorstandswahlen, geleitet von Steffen Balser, wurde Michael Gerth als Vorsitzender und Rolf Gerth als Stellvertreter einstimmig wiedergewählt. Nach acht Jahren stand Bianka Spohr nicht mehr als Kassenwartin zur Verfügung und gab die Finanzen in die Hände von Melanie Balser, die ebenfalls einstimmig als neue Kassiererin gewählt wurde.

Wiedergewählt wurde Schriftführerin Constanze Koop sowie ihr Stellvertreter Volker Mattern. Ewald Kienholz schied aus dem Team der Beisitzer aus, dem nach Wiederwahl jetzt nur noch Willi Römer und Dieter Stamm angehören.

Chance für mehr Vielfalt

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Rolf Gerth hatte sich Gedanken gemacht über den Zustand des Waldes und als langjähriger, bekennender, aktiver Naturschützer, plädiert er für einen Naturwald. Sich den Wald selbst überlassen gebe ihm die Chance zu mehr Vielfalt. Eine reichhaltigere Flora und Fauna beschwere ein gesünderes Klima, sagte er und garantiere die Überlebensfähigkeit. Einem Industriewald mit Monokulturen, der nur auf Profit ausgelegt sei, möchte der stellvertretende Vorsitzende eine Absage erteilen. Laubgehölze würden als Pionierpflanzen die Fichte ablösen und damit auch der Population an Schädlingen wie dem Borkenkäfer den Nährboden entziehen.

Bei seinen ornithologischen Kontrollgängen durch die heimischen Fluren hatte Rolf Gerth im vergangenen Jahr 95 Vögel kartieren können. Im Ergebnis der Schwalbennesterzählung berichtete er von 79 Mehlschwalben, 15 Rauchschwalben und 7 Mauerseglern. Ergänzend zu diesem Bericht informierte der Vorsitzende die Versammlung über die Nistkastenbelegung im vergangenen Jahr. Mit 100 konnte die Kohlmeise ihre Bruten weiter steigern, während die Blaumeise mit 62 Bruten konstant blieb. Mit neun Bruten musste beim Kleiber ein Rückgang verzeichnet werden und mit acht Feldsperlingbruten sei das Niveau auf dem von 2017. 21 Nestbauten wurden nicht beendet und 23 Mäuse fühlten sich in Nistkästen wohl. 46 Nistkastenangebote blieben ungenutzt und im laufenden Jahr 2020 konnte wieder eine Waldkauzbrut bestätigt werden.

Der NVF pflegt ein neues Grundstück im Bereich des Kleingartengebietes an der Hinterbach, im östlichen Gemarkungsbereich. Hier drohten hohe Weiden auf das Nachbargrundstück zu fallen. Die Gemeinde leistete Hilfestellung beim Kürzen der Weiden durch Baumkletterer und übernahm auch die Kosten für diesen Einsatz. Dank galt der Umweltbeauftragten Heidi Steiger.

Die Mitgliederversammlung beschloss auch noch eine Satzungsänderung. Der Name des Vereins lautet nun „Natur- und Vogelschutzverein Fellingshausen“, womit der Zusatz, der bislang auf die Zugehörigkeit zum Nabu hinwies, wegfällt, da man sich bereits vergangenes Jahr vom Verband losgesagt hatte. Ausblicke wagte der Vorsitzende und erinnerte an einen Vorschlag aus der jüngsten Vorstandssitzung, ab 2021 jedes Jahr einen „Baum des Jahres“ zu pflanzen. Die Pflanzfläche soll von der Umweltbeauftragten zugewiesen werden.