Freibad-Sanierung: Busecker Grüne kritisieren "Taktieren"

In einer Pressemitteilung zeigen sich die Busecker Grünen verwundert "über das erneute Anfachen der Diskussion" durch CDU und Freie Wähler.

Anzeige

BUSECK. Seit 2012 ist das Freibad in Großen-Buseck geschlossen und beschäftigt ebenso lang die gemeindlichen Gremien. In der kommenden Woche steht das Thema indirekt erneut auf der Tagesordnung, denn CDU und Freie Wähler (FW) haben einen gemeinsamen Antrag zur "Wieseckinsel" vorgelegt. In einer Pressemitteilung zeigen sich die Busecker Grünen verwundert "über das erneute Anfachen der Diskussion" durch die beiden Fraktionen und werfen ihnen "verschleppendes Taktieren" vor.

Anfang 2020 hätten sich FW und CDU dafür ausgesprochen, die Freibadreaktivierung vom Projekt "Wieseckinsel" abzukoppeln und durch das Schwimmbadinvestitionsprogramm ("Swim") des Landes finanzieren zu wollen. "Zuvor wurden schon konkrete Vorschläge gekippt, die von SPD-Bürgermeister Dirk Haas zum Projekt 'Wieseckinsel' gemacht wurden", kritisieren die Grünen.

Der neue Antrag von CDU und FW, der wieder beraten und beschlossen werden müsse, habe nichts anderes zum Inhalt, "als das bereits beschnittene Vorhaben des Bürgermeisters noch länger hinauszuzögern". Dieses Vorgehen halten die Grünen für nicht nachvollziehbar. Es zeige, "wie wenig Wertschätzung den Wünschen der beteiligten Bürger entgegengebracht wird".

Kritik äußern die Grünen auch am Wahlprogramm der Freien Wähler, das Zahlen enthalte, "die mit der aktuellen Faktenlage nichts zu tun haben". In ihrem Wahlprogramm verweisen die FW etwa auf den Bau eines Parkplatzes für über 900 000 Euro - eine Maßnahme, die nicht akzeptierbar gewesen sei. Durch die Streichung der Parkplatzsanierung und einer weiteren Fußgängerbrücke seien dagegen lediglich circa 60 000 Euro einzusparen, sagen die Grünen. Die restlichen 840 000 Euro seien Mittel für den Umbau der "Wieseckinsel" zu einem "grünen" (Natur) und "blauen" (Wasser) Freizeitbereich. "Dieser fiele dann den gewünschten Streichungen zum Opfer", argumentieren die Grünen.

Anzeige

Die Fraktion wolle, dass das Freibad in Großen-Buseck wieder zu dem werde, was es einmal war. "Wir setzen uns aber auch für ein grünes Klassenzimmer mit Sportmöglichkeiten für die Grundschule ein", so die Fraktionsvorsitzende Katharina Habenicht. Hier stünden circa 2,5 Millionen Euro Förderung durch das Land für das Gesamtprojekt - das heißt Freibad sowie "grüner" und "blauer" Freizeitbereich - zur Verfügung. "Wenn CDU und FW endlich ihre Blockadehaltung und Verzögerungspolitik überdenken würden, dann könnten die Sanierungs- und Baumaßnahmen beginnen", so die Fraktionsvorsitzende. Die Grünen haben für die Gemeindevertretersitzung in der kommenden Woche einen Änderungsantrag zur "Wieseckinsel" vorgelegt. Damit das Projekt nicht untergehe, hoffen sie zudem auf die Mitglieder der Pro-Freibad-Gruppe. "Hier kommen immer wieder gute Ideen, die die Diskussion um das Freibad anstoßen und den nötigen politischen Druck erzeugen können."

Da es zu diesem Thema einige Fragen und Diskussionsbedarf gebe, laden die Grünen zu einer Onlineveranstaltung ein. Interessierte können sich per E-Mail an gruene-buseck@web.de anmelden. Die Veranstaltung findet am Montag, 1. März, ab 20 Uhr statt.