Grundschulkita für Alten-Buseck doch wieder im Gespräch

Die Hofburgschule in Alten-Buseck braucht mehr Platz. Archivfoto: Pfeiffer

Im Februar wurde eine Grundschulkita in Alten-Buseck abgelehnt, nun haben CDU und Freie Wähler einen neuen Standort und damit auch das Thema wieder ins Gespräch gebracht.

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. Buseck (ebp). Lange wurde diskutiert, Mitte Februar entschied die Busecker Gemeindevertretung dann: Die Grundschulkita in Alten-Buseck wird nicht gebaut. Nun steht das Thema doch wieder auf der Tagesordnung in den politischen Gremien. CDU und Freie Wähler (FW) haben einen gemeinsamen Antrag vorgelegt, wonach die Gemeinde entsprechende Gespräche mit dem Landkreis als Schulträger führen soll. Im Gegensatz zu der ursprünglichen Idee soll die Grundschulkita aber nicht auf dem Bolzplatz an der Pestalozzistraße entstehen und die bestehende Hofburgschule ergänzen. Die beiden Fraktionen wünschen einen kompletten Neubau in der Nähe der Sportanlagen am Riegelweg. Das Gelände der aktuellen Schule soll für barrierefreies Wohnen genutzt werden.

"Wir sind keine Verhinderer der Grundschulkita", sagte Claire Blaschke (CDU) mit Blick auf die Diskussionen in den vorangegangenen Sitzungen. "Aber es braucht ein zukunftsfähiges Konzept mit mehr Platz." Die Unterbringung der Schüler in Containern sei als "kurzfristige Übergangslösung in Ordnung".

Die Entscheidung im Februar gegen die Grundschulkita wurde mit den Stimmen von CDU und FW getroffen. SPD und Grüne stimmten für das Projekt. SPD-Fraktionsvorsitzender Willy Jost zeigte sich daher "verwundert über die Antragerei. Die gebotene Eile, die Kinder unterzubringen, wird ignoriert." Jost bezweifelte, dass der Landkreis die Hofburgschule aufgeben und Geld für einen Schulneubau bereitstellen würde. "Das ist ein überflüssiger Wunsch." Von Kreis-Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl war vor Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.

Auch Luise Böttcher (Grüne) kritisierte den Antrag, der den Eindruck erwecke, als "wäre es nun unglaublich eilig. Aber wir haben über ein Jahr über die Grundschulkita diskutiert". Böttcher sprach sich zudem gegen eine Bebauung der Freifläche am Riegelweg aus, da das Gebiet ökologisch schützenswert sei.

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Angesichts des Mangels an Betreuungsplätzen sieht der Antrag von CDU und FW zudem vor, dass die Gemeinde sowohl mit der Eigentümerin eines Grundstücks neben der Kita Mäuseland in Trohe über einen Verkauf verhandelt, als auch die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche über ein Grundstück östlich des Mühlwegs in Alten-Buseck wieder aufnimmt. Letzteres war in der Vergangenheit als Standort für eine ortsteilübergreifende Kita im Gespräch. Das "Mäuseland" in Trohe, so CDU und FW, biete "alle Voraussetzungen für eine kurzfristige und temporäre Erweiterung". Für die beiden Fraktionen ist sowohl ein Kita-Neubau für mehrere Ortsteile als auch nur für Alten-Buseck und Trohe denkbar.

Bürgermeister Dirk Haas (SPD) sieht dagegen keine Möglichkeit der Erweiterung in dem kleinsten der Busecker Ortsteile. Mit der Grundstückseigentümerin habe man bereits Gespräch geführt, aber die Fläche sei "so gut wie nicht erwerbbar". Für Trohe selbst gebe es zudem keinen Bedarf an Betreuungsplätzen, das "Mäuseland" besuchten bereits Kinder aus Alten-Buseck. "Den größten Bedarf haben wir in Großen-Buseck, dann zu etwa gleichen Teilen in Oppenrod und Alten-Buseck." Statt einer großen Kita für mehrere Ortsteile favorisiert Haas kleinere, ortsteilnahe Einrichtungen, da Eltern durch die Corona-Pandemie vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs seien. Zu der evangelischen Kirche habe man bereits Kontakt aufgenommen, eine Rückmeldung stehe jedoch noch aus. Am heutigen Donnerstag berät die Gemeindevertretung über das Thema.