Aufgabe mit Zukunftspotenzial in Gießen

Jonas Rentrop, Gerda Weigel-Greilich und Michael Bassemir (von links). Foto: Leyendecker

Die Stadt Gießen hat eine neue Personalstelle für Nahverkehr eingerichtet. Besetzt wird sie von Jonas Rentrop, der zuvor als Klimaschutzmanager gearbeitet hat.

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GIESSEN. GIESSEN. Bei der Präsentation des neuen Verantwortlichen für das Thema Nahverkehr zeigte sich Stadträtin Gerda Weigel-Greilich sehr zufrieden. „Ich bin froh darüber, einen so engagierten und jungen Mitarbeiter zu haben wie Herrn Rentrop“, erzählt die Grünen-Politikerin. Schon lange war geplant, eine eigene „Lokale Nahverkehrsorganisation“ (LNO) einzurichten und im aktuellen Haushaltsplan für 2021 waren die Kapazitäten dafür schlussendlich gegeben.

Jonas Rentrop wird diese Stelle künftig besetzen und hatte bereits die letzten Monate Zeit, sich in diese schwierige Aufgabe einzuarbeiten, wie er selbst schildert. „Ich war anfangs Klimaschutzmanager und konnte in der Zeit in viele Bereiche Einblick erlangen. Ich bin bereit für die kommenden Aufgaben“, schildert der 30-Jährige selbstbewusst. Seit drei Jahren ist Rentrop im Rathaus tätig und sein neuer Aufgabenbereich hat Zukunftspotenzial. Vor allem das Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) will er weiter angehen, nachdem er bereits in der Vergangenheit dort aktiv war. „Mein erstes Projekt war die Einführung des Jobtickets für städtische Mitarbeiter“, schildert Rentrop hörbar zufrieden. Sein Studienfach, so Rentrop, passe perfekt auf das Anforderungsprofil der Stelle. „Ich bin Betriebswirt für nachhaltige Unternehmensführung, ich möchte das Wissen aus dem Studium auch mitnehmen“, erzählt der Zuständige.

Im Rahmen des Klimaschutzes hat er sich bereits in das Themenfeld ÖPNV eingearbeitet und sei bereit für die kommenden Aufgaben, schildert Weigel-Greilich. Dieser hat jedoch genug zu tun, wenn das Ziel der Klimaneutralität 2035 eingehalten werden soll. Das weiß auch die Stadträtin. „Das ist hier nicht nur PR, Herr Rentrop wird auch Projekte antreiben und umsetzen. Wir füllen eine Nische, die wir entdeckt haben“, meint Weigel-Greilich. Die Öffentlichkeit nimmt nach Ansicht der Politikerin das Problem des ÖPNV nicht wahr und verallgemeinere das Problem lieber. „Alle sagen, wir brauchen mehr ÖPNV, aber wir wollen die Sache vereinfachen“, meint die Grünen-Politikerin.

Konkret bedeutet das die Einführungen von „Flatrates“. „Mit dem Jobticket hat es begonnen, mit dem Bürgerticket soll es enden. Dazwischen liegen Projekte wie beispielsweise das Ticket für Studierende“, so Rentrop. Dem zustimmen kann auch Michael Bassemir vom Büro für Bürgerbeteiligung. „Bürgerbeteiligung und Klimaschutz hängen stark mit dem Verkehr zusammen. Da kommen auch Bürgeranträge zum Zug, auch künftig ein Themengebiet meines Kollegen“, schildert Bassemir. Konkret nennt er die Anträge zu Fahrradstraßen und den Antrag für eine RegioTram innerhalb des Stadtgebietes. „Wir machen Fortschritte bei den Themen Energie und Wärme, haben aber einen Stillstand bei der Mobilität“, erzählt der Referent.

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Den Posten des Klimaschutzmanagers habe man inzwischen neu besetzt, da man der Planstelle für ÖPNV einen neuen Stellenwert zugewiesen habe. „Das ist keine Aufgabe, die man eben so ‚nebenbei‘ erledigen kann. Dafür brauchen wir Spezialisten und den haben wir mit Herrn Rentrop“, präsentiert Weigel-Greilich. Man vollziehe den letzten Schritt für den Umbruch, so Rentrop im Anschluss. „Wir wollen mehr Ressourcen in den ÖPNV stecken, ohne dass Themen wie Fahrradverkehr oder E-Mobilität zu kurz kommen“, berichtet der 30-jährige weiter. Die erste „harte“ Tätigkeit hat der junge Verantwortliche bereits auf dem Tisch liegen und würde, wenn es nach ihm ginge, sofort damit beginnen.

„Mein nächstes großes Projekt ist ein Nahverkehrsplan. Die Taktung in die Innenstadt auf 10, die in die Ortsteile auf 20 Minuten reduzieren“, referiert der Projektleiter stolz über seine Vision. Einige Linien müsse man überdenken und sie optimieren, damit der Verkehr reibungslos laufe. Auf das Thema Regio S-Bahn angesprochen, gerät Rentrop ins Schwärmen, sehr zur Freude der Stadträtin. „Das Thema Regio S-Bahn ist für mich elementar wichtig, da freue ich mich bereits drauf, das angehen zu können“, meint der Spezialist. Zwar dauere es rund zehn Jahre, bis aus einer Planung ein konkreter Bahnhaltepunkt entstehe, aber Rentrop ist zuversichtlich, dass er dies in seiner beruflichen Laufbahn noch miterlebt. „Für eine wird es sicherlich reichen, vielleicht auch für mehr“, meint er schmunzelnd.

Foto: Leyendecker