Die Lahn als Handels- und Transportweg

Fasziniert von der Lahn: Dr. Thomas Horn (Volksbank Mittelhessen) und Dr. Ulrich Eisenbach (Hessisches Wirtschaftsarchiv). Foto: Volksbank Mittelhessen

(red). Eine Ausstellung des Hessischen Wirtschaftsarchivs Darmstadt beleuchtet die Bedeutung der Lahn als wichtigen Handels- und Transportweg. Die Ausstellung startete in den...

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GIESSEN. (red). Eine Ausstellung des Hessischen Wirtschaftsarchivs Darmstadt beleuchtet die Bedeutung der Lahn als wichtigen Handels- und Transportweg. Die Ausstellung startete in den Räumen der Volksbank Mittelhessen in Gießen.

Die Lahn war bereits während des Mittelalters ein wichtiger Handels- und Transportweg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts folgten umfassende Baumaßnahmen, damit die Lahn für größere Lastenkähne befahrbar wurde. Bereits 1816 vereinbarten das Königreich Preußen und das Herzogtum Nassau, dass der weitere Ausbau der Lahn bis Gießen erfolgen sollte. Um 1830 setzte der regelmäßige Schiffsverkehr ein, der in den folgenden Jahren immer stärker anwuchs. Schleusen bei Wetzlar, Oberbiel und Villmar sorgten dafür, dass Braunkohle und Erze flussaufwärts transportiert werden konnten. Im Jahre 1840 wurden allein 2000 Schiffe mit Eisenerz aus dem Abbaugebiet nahe Weilburg auf der Lahn gezählt. Getreide und Mineralwasser wurden von den Quellen in Selters und Fachingen in dieser Zeit flussabwärts transportiert. Weiterhin existierten Pläne, dass die Lahn bis Marburg schiffbar gemacht werden sollte, was letztendlich aber nie vollendet wurde.

Der Geschichte der Lahnschifffahrt und des Lahnkanalvereins widmet nun das Hessische Wirtschaftsarchiv eine Wanderausstellung, die zuerst bis 23. Oktober in der Geschäftsstelle der Volksbank Mittelhessen in der Goethestraße zu den regulären Öffnungszeiten gezeigt wird.

Maßstabsgetreu

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Im Mittelpunkt stehen Fotografien von Schiffen, Brücken, Wasserkraftwerken, Schleusenanlagen und Verladestellen an der Lahn, die zwischen 1950 und 1963 vom Lahn-Kanalverein in Auftrag gegeben wurden. Erstmals ist auch ein Modell des ersten, 1914 gebauten Selbstfahrerschiffes auf der Lahn zu sehen: der „Eduard Kaiser“, benannt nach dem Generaldirektor der Buderus’schen Eisenwerke. Von diesem Lastschiff existierten bislang nur Pläne, auf deren Grundlage der renommierte Modellbauer Dr. Hans-Joachim Hüther das Schiff maßstabsgerecht rekonstruiert hat.