Elon Musks Ufo-Karawane auch über Gießen

Keine Ufo-Invasion, sondern Elon Musks neuester Streich ist derzeit auch über Gießen am Firmament zu sehen.  Foto: Screenshot  Youtube

Starlink-Satelliten von Elon Musk bieten derzeit ein eindrucksvolles Himmelsschauspiel, das auch in Gießen zu bestaunen ist. Sie sollen an jedem Ort der Erde schnelles Internet...

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GIESSEN. So mancher, der am Wochenende zum Himmel blickte, dürfte nicht schlecht gestaunt haben über den Anblick, der sich ihm dort bot. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, zogen am Sonntag kurz nach 23 Uhr leuchtende Kugeln von West nach Ost über die Stadt. Verantwortlich für den beeindruckenden Anblick waren aber weder Darth Vader noch Captain Kirk, sondern der in diesen Tagen offenbar ebenso unvermeidbare wie allgegenwärtige Elon Musk.

Der baut nämlich nicht nur Elektroautos in der Brandenburger Steppe oder schickt Astronauten zur ISS, sondern pumpt seit Jahren tausende Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn, die weltweit - vom kleinsten Südsee-Atoll bis zu den Eiswüsten Grönlands - schnelles Internet ermöglichen sollen. So eindrucksvoll das Projekt "Starlink" auch ist, so umstritten ist es auch. Auch wenn die bis 2027 geplanten rund 12 000 Satelliten - jeder von ihnen rund 250 Kilo schwer - am Ende ihrer fünfjährigen Lebensdauer rückstandslos in der Erdatmosphäre verglühen sollen, können ungeplante Kollisionen die ohnehin schon große Wolke an Weltraumschrott, die unseren Planeten einhüllt, weiter anwachsen lassen. Aber auch im Normalbetrieb bringt Musks Satelliten-Armada bereits heute Astronomen auf die Palme, weil die schnell die Erde umkreisenden Flugkörper Himmelsfotografien, die lange belichtet werden müssen, mittlerweile wie Schnittmusterbögen aussehen lassen und eindrucksvolle Aufnahmen, so die Befürchtung, nahezu unmöglich machen. Auch das auf dem Papier so großartige Versprechen vom "schnellen Internet für alle" hält der Realität kaum stand. Mit Kosten von rund 500 Dollar für das Empfangsteil und einem Monatstarif von 99 Dollar dürfte "Starlink" eher Globetrottern helfen, auch im Dschungel Netflix zu schauen, statt indigene Dörfer in Peru oder im Sudan an die Welt anzuschließen.

Nichtsdestoweniger bieten die Tage nach jedem Starlink-Start, wenn die Satelliten noch auf dem Weg zu ihrer Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe sind, einen eindrucksvollen Anblick, den man in der Nacht zu Mittwoch noch einmal zwischen 4.15 und 4.18 Uhr genießen kann. Die Satelliten tauchen dann am südwestlichen Himmel über Gießen auf und verschwinden im Nordosten.