Gießener Gymnasiast tauscht Laborkittel mit Schulalltag

LLG-Schüler Marvin Ahlborn forscht im Erfinderlabor.  Foto: Zentrum für Chemie

Jungforscher Marvin Ahlborn vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen experimentierte im Erfinderlabor des Zentrums für Chemie und heimste dafür reichlich Lob der Profis ein.

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GIESSEN/BENSHEIM. Im Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) mit Sitz in Bensheim hat der Nachwuchs an innovativen Hochleistungsmaterialien geforscht und gezeigt, mit welchen Alternativen man Energie schon bald erzeugen und speichern könnte. Eingeladen waren laut einer Mitteilung Jungforscher aus ganz Hessen, darunter auch Marvin Ahlborn vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) in Gießen. Wie die anderen Schüler erhielt er Einblicke in eine spannende Zukunftstechnologie, diesmal zum Thema Organische Elektronik und Materialwissenschaft. In vier Teams experimentierten jeweils acht Schüler mit mineralischen Solarzellen, Ionenleitern und Feststoffbatterien. Sie suchten nach Lösungen für edelmetallfreie Katalysatoren und gingen der Frage nach, inwieweit sich Papier als Trägermaterial und Sensor für Zellkulturen eignet. "Das Erfinderlabor ist eine gut organisierte Möglichkeit, sich mit komplizierten Themen auseinanderzusetzen, die über den normalen Schulunterricht hinausgehen", sagte Ahlborn. "Mir gefällt besonders, wie selbstständig wir als Schüler dabei nach kurzer Einweisung an den Projekten arbeiten dürfen, ohne jedoch überfordert zu werden." Er hatte dabei die exklusive Chance, auf Augenhöhe mit professionellen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Die Technische Universität Darmstadt (TUD) war als langjähriger Kooperationspartner des ZFC wieder dabei. Diesmal öffnete der Fachbereich Materialwissenschaft seine Labore. Insgesamt waren knapp 200 Bewerber von 73 hessischen Schulen mit gymnasialer Oberstufe ausgewählt worden.

Für die hessischen Ausnahmeschüler, die sich für den Wissenschafts-Workshop beworben hatten, war es eine besondere Woche. Die Profis zeigten sich auch bei der Abschlussveranstaltung vor über einhundert Gästen aus Hochschule, Wirtschaft und Politik begeistert von der Motivation und Experimentierfreude der Schüler. Im Atrium des Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmens Merck präsentierten vier Teams ihre Forschungsergebnisse. "Allesamt wissenschaftlich korrekt, verständlich und enorm unterhaltsam", heißt es weiter.

"Ihr seid wahnsinnig talentiert und ganz schön abgezockt", lobte Dr. Thomas Eberle, der bei Merck für Bildungsprojekte mit Schulen zuständig ist. Eberle betonte, wie souverän und neugierig die Teilnehmer mit anspruchsvollen Methoden umgegangen seien und sich auch von Rückschlägen nicht hätten demotivieren lassen. Die dreitägige Laborarbeit bildet das Herzstück des Erfinderlabors, das von der TUD seit vielen Jahren mit einem großen personellen und zeitlichen Aufwand unterstützt wird. "Ihr habt schwierige Inhalte und komplexe Konzepte glänzend vermittelt und visualisiert", bilanzierte Privatdozent Dr. Stefan Immel vom Fachbereich Makromolekulare Chemie an der TU Darmstadt.