Hilfe aus Gießen für Kroatien

Die ersten Pakete wurden bereits bei Markus Machens abgegeben. In zwei Wochen soll der Konvoi nach Kroatien rollen. Foto: Wißner

Markus Machens und seine engagierten Freunde starten erneut ein Hilfsprojekt, diesmal für das Erdbeben erschütterte Kroatien. Erster Konvoi soll in zwei Wochen starten.

Anzeige

GIESSEN. Humanitarna Pomoc Gießen/Frankfurt za Petrinja - so lautet das neue Hilfsprojekt des Gießener (Schnäppchenmarkt-) Möbelhändlers Markus Machens. In Lockdownzeiten und einem geschlossenen Geschäft widmet sich dieser erneut einem Hilfsprojekt, denn einfach die Füße hochlegen und sich täglich über die Lockdown-Auswirkungen ärgern, das ist so gar nicht die Sache von Markus Machens.

Dieser ist vor allem durch seine private Obdachlosenhilfe "Markus und seine Freunde" wie auch durch seine zu Beginn der Corona-Pandemie aufgrund der Tafel-Schließungen ins Leben gerufenen Nachbarschaftslebensmittelhilfe weithin bekannt geworden. Fernsehteams der öffentlich-rechtlichen wie auch der privaten Sender schauten Ende November und Anfang Dezember im Büro seines Möbelmarktes in der Frankfurter Straße vorbei, als sich für die Nikolaus-Aktion (wir berichteten) die Hilfspakete bis unter die Decke stapelten. Nun sind es jene verheerenden Erdbebenbilder aus Kroatien, die Machens auf den Plan riefen. "Da muss man einfach helfen", lautet einmal mehr sein Credo, das er mit viel Elan ebenso wie mit zahlreichen Freunden angeht. Die, die sich auch in seinen anderen Projekten engagieren, wie auch jene, die ihn bei seinem Wirken in Frankfurt unterstützen, sind nun wieder mit dabei, wenn es darum geht, gezielt Hilfe vor Ort in Kroatien zu leisten. Dabei steht Markus Machens "für Hilfe, die ankommt", wie er bereits vielfach unter Beweis gestellt hat

In zwei Wochen soll auch von Gießen aus ein Hilfskonvoi nach Kroatien rollen. Bereits sechs Hilfstransporte hatten von Frankfurt aus den 1100 Kilometer langen Weg nach Petrinja, einer 25 000 Einwohner zählenden und vom Erdbeben am 29. Dezember schwer geschädigten Stadt in Mittelkroatien, auf sich genommen, um Hilfsgüter in der Katholischen Kirchengemeinde abzugeben. Dort werden diese im kaum zerstörten Gotteshaus von St. Laurentius gelagert und an die Bevölkerung verteilt.

Das ursprünglich 1780 im spätbarocken-klassizistischen Stil erbaute Kirchengebäude wurde während des Kroatienkriegs 1992 zerstört und vor 17 Jahren originalgetreu wieder erbaut und dient aktuell den Erdbebenopfern. "Kroatien erlebte jüngst Beben und Nachbeben. Zu 30 Prozent wurde das Land zerstört. Ganz Europa hilft. Aber es braucht mehr als nur Kleidung", so Machens zu seinem Engagement.

Anzeige

Zusammen mit den Helferfreunden aus Gießen und Frankfurt hat Machens das neue Hilfsprojekt auf die Beine gestellt. Jedoch kostet allein der Transport nach Kroatien - nicht zuletzt aufgrund der zum Jahresanfang stark gestiegenen Dieselpreise - allein 2000 Euro. Diese sind für Tanken und Mautgebühren aufzubringen. Vor allem Sachspenden werden vor Ort benötigt.

"Wir brauchen keine Kleidung und nehmen auch keine an. In Absprache mit den Partnern vor Ort werden haltbare Lebensmittel (Konserven, Nudeln, Reis), die mindestens bis April 2021 haltbar sind, gebraucht. Jedoch kein Obst, Gemüse oder etwa Frischeprodukte. Weiterhin werden Babynahrung und Babyartikel wie Windeln, Babypuder, Getränke wie Wasser, Fruchtsäfte, alkoholfreie Getränke, Schlafsäcke, Decken, Planen (zum Abdecken), Heizgeräte, Hygieneartikel aller Art und natürlich auch Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial sowie Mund-Nase-Schutz benötigt", erläutert Machens. Ein erster Aufruf in den sozialen Medien war bereits sehr erfolgreich und der Lagerraum für die Aktion füllt sich. Unterstützt wird Machens einmal mehr durch Lagerverkauf-Freilinger in der Marburger Straße in Gießen, wo Gutscheine für die humanitäre Hilfe hinterlassen werden können.

*

Wer die Aktion unterstützen und ein Spendenpaket abgeben möchte, kann dies täglich von 9 bis 17 Uhr in der Frankfurter Straße 12 tun.