Kein Abseilen fürs Klima in Gießen - mit Video

Etwa 25 Teilnehmer einer Klima-Demo versammelten sich am Sonntag auf dieser Brücke über die A485. Foto: Dennis Weber

Wie andernorts in Hessen hätten sich am Sonntag auch Demonstrierende in Gießen fürs Klima am liebsten von einer Autobahnbrücke abgeseilt. Es blieb aber beim Protest auf der Brücke.

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GIESSEN. Rund 25 Menschen haben am Sonntagmittag in Gießen für mehr Klimaschutz und eine schnellere Verkehrswende demonstriert.

Die für 100 Personen angemeldete und von Polizei sowie Ordnungsamt begleitete Aktion startete um 11 Uhr in der Rödgener Straße auf einer Brücke über der A485 und dauerte knapp eine Stunde.

Die Teilnehmer der Demo befestigten am Brückengeländer unter anderem ein Banner mit der Aufschrift "Wir könnten, wenn wir wollten". Weitere Slogans malten sie mit Kreide auf die Brücke.

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Bei der Demonstration sollte ursprünglich noch eine Abseilaktion von der Brücke auf die Autobahn stattfinden. Diese war von der Versammlungsbehörde jedoch abgelehnt worden. Dirk Drewes, Vertreter der Versammlungsbehörde vor Ort, begründete die Ablehnung damit, dass das Abseilen laut Anmelder dazu dienen sollte, die Transparente am Brückengeländer vor Luftverwirbelungen oder ähnlichem zu schützen. Dies sei jedoch durch einfaches Anbinden mit Seilen möglich - was sich am Sonntag auch bestätigte.

Der Protest in Gießen war nur eine von mehreren angemeldeten Aktionen dieser Art in Hessen. Auch in Gudensberg (Schwalm-Eder-Kreis) und Künzell (Fulda) waren Proteste geplant. Bereits am Freitag hatten sich Teilnehmer einer Demo in Frankfurt mit einem Transparent von einer Autobahnbrücke abgeseilt. Zwar hatte das Ordnungsamt dies zunächst verboten. Das Verwaltungsgericht Frankfurt kassierte diese Entscheidung jedoch und erlaubte das Abseilen für eine Dauer von 30 Minuten.

Die Aktionen am Freitag und Sonntag sollten außerdem Solidarität mit fünf Klimaaktivisten zeigen, die demnächst vor Gericht stehen. Diese hatten sich in Verbindung mit dem Protest gegen den A49-Ausbau und der damit verbundenen Rodung im Dannenröder Forst im Herbst 2020 von Autobahnbrücken abgeseilt. Bei einer dieser Aktionen, durch die der Verkehr lahmgelegt wurde, war es am Stauende zu einem Unfall mit einem Schwerverletzten gekommen.