Kita Rödgen soll von Stadt Gießen zu Freiem Träger wechseln

Die Kooperation mit den Basketballern der Giessen 46ers ist nur eines von vielen Angeboten der Kita Rödgen. Archivfoto: Moor

Die Trägerschaft der Kindertagesstätte im Gießener Ortsteil möchte die Stadt abgeben. Die Arbeiterwohlfahrt soll bereits Interesse signalisiert haben. Parallel dazu...

Anzeige

GIESSEN-RÖDGEN. Die Stadt Gießen möchte ihre Kindertagesstätte (Kita) mit Familienzentrum in Rödgen an einen Freien Träger abgeben. Das teilte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich am Donnerstagabend im Jugendhilfeausschuss mit. Bei einer durchgeführten Abfrage von Trägern habe die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Stadtkreis Gießen "grundsätzlich Interesse" an einer Übernahme gezeigt, berichtete sie. Doch müsse man erst noch in das grundlegende Verfahren einsteigen und schließlich der Jugendhilfeausschuss "darüber befinden". Als Grund für die Entscheidung, die Kita abzugeben, führte die Jugenddezernentin an, dass es "seit Jahren schwierig war, das Konzept umzusetzen". So gehört zum breit gefächerten Angebot in Rödgen auch eine Natur- und Bauernhofgruppe. Insgesamt stehen circa 20 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die Awo Gießen hatte 2012 bereits die städtische Kita "Kinder der Welt" in der Ederstraße übernommen, woran auch Weigel-Greilich erinnerte.

"Kommerzielles Kinderhüten"

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Stadt wie auch heimische Freie Träger - etwa Kirchen und Wohlfahrtsverbände - in puncto Kitas vor allem zwei Sorgen umtreiben: Das zunehmend fehlende Personal im Erziehungsbereich sowie private Anbieter und Unternehmen für Kinderbetreuung, die bundesweit immer weiter verbreitet sind und "Kommunen stärker unter Druck setzen", wie Weigel-Greilich hinzufügte. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hatte diese Entwicklung in einem Artikel einmal als "Kommerzielles Kinderhüten" bezeichnet. Aus Sicht der Stadträtin sei es daher "ganz wichtig, ein Leitbild bei der Kinderbetreuung" zu haben. Dem stimmten auch andere Ausschussmitglieder zu. Außerdem wünscht man sich von der Politik mehr Engagement beim Lösen der Kita-Probleme.