Anita Schneider will Landrätin im Landkreis Gießen bleiben

Anita Schneider will Landrätin im Kreis Gießen bleiben. Archivfoto: Friese

Der SPD-Unterbezirk Gießen hat Anita Schneider wieder als Kandidatin für die Landratswahl am 26. September nominiert. Sie strebt ihre dritte Amtszeit an.

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KREIS GIESSEN. Anita Schneider strebt eine dritte Amtszeit als Landrätin an. Der Unterbezirksvorstand hat die SPD-Politikerin am Montagabend einstimmig nominiert. Kurzfristig ist ein Unterbezirksparteitag zur Bestätigung geplant.

Schneider teilte auf Anfrage mit, dass sie sich die Entscheidung, erneut zu kandidieren, nicht einfach gemacht habe. "Es war eine Mischung von familiären Aspekten, verschiedenen Gespräche und letztendlich auch das inhaltliche Angebot der Koalition. Dieses beschreibt abstrakt Megatrends unserer heutigen Zeit. In Teilen fehlt es jedoch am Konkreten. Meine Kandidatur verstehe ich deshalb als Angebot an die Bürgerinnen und Bürger, die wichtigen Themen Digitalisierung, Klima- und Energiepolitik mit der Schaffung von Arbeit zu verbinden. Es muss uns gemeinsam um die Teilhabe und Teilnahme aller Menschen gehen, konkret und nicht abstrakt."

Die 59-Jährige ist seit 21. Januar 2010 im Amt. Die Landratswahl am 7. Juni 2009 hatte sie mit 54,8 Prozent gewonnen. Ihr Gegenkandidat war Siegfried Fricke von der CDU, damals Erster Kreisbeigeordneter. Die Beteiligung parallel zur Europawahl lag bei 41,9 Prozent.

Am 14. Juni 2016 holte Schneider bei der Landratswahl 62,1 Prozent. Gregor Verhoff (CDU) kam auf 32,1 Prozent, Sascha Endlicher von den Piraten auf 5,8 Prozent. 30,4 Prozent war die magere Wahlbeteiligung.

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Dies dürfte am 26. September deutlich anders aussehen, denn die Landratswahl findet parallel zur Bundestagswahl statt. So hatte es der Kreistag gegen den Willen der SPD beschlossen, die lieber den 20. Juni als "Tag der lokalen Wahlen" (Landrat und Bürgermeister) gesehen hätte, so die Argumentation. Nun ist an diesem Termin nur in Heuchelheim der Urnengang, Fernwald folgt am 4. Juli. Buseck und Grünberg ebenfalls am 26. September.

Viel ist in den vergangenen Monaten darüber spekuliert worden, ob sich Anita Schneider noch einmal zur Wahl stellt. Als sich nach der Kommunalwahl ein neues Bündnis ohne SPD andeutete, sprach dies zunächst gegen eine Kandidatur. Nun, da eine Koalition von CDU, Grünen und Freien Wählern die Mehrheit im Kreistag hinter sich hat, will sie sich dieser Herausforderung stellen. Wer Anita Schneider dazu in den vergangenen Monaten befragt hat, bekam zur Antwort, dass sie auch ihr erstes Amtsjahr mit einer Koalition ohne die SPD bestreiten musste und in dieser Zeit die Zustimmung zum groß angelegten Breitbandausbau erreicht habe.

Als erste Partei haben die Grünen Kerstin Gromes als Landratskandidatin nominiert. Die CDU hat mehrfach angekündigt, "zeitnah" ihren Bewerber oder ihre Bewerberin präsentieren zu wollen. Bewerbungsschluss ist am 19. Juli. Archivfoto: Friese