Bruderhaus an der Asklepios Klinik in Lich abgerissen

Der Bagger leistet ganze Arbeit. Am Donnerstagmorgen waren bereits zwei Drittel des Gebäudes flachgelegt.  Fotos: Bender

Das Asklepios Bruderhaus gibt es nicht mehr. Die Bagger leisteten gestern ganze Arbeit und haben das Gebäude aus dem Jahr 1968 komplett abgerissen.

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LICH. Das Asklepios Bruderhaus gibt es nicht mehr. Die Bagger leisteten gestern ganze Arbeit und haben das Gebäude aus dem Jahr 1968 komplett abgerissen. Die Tage des Hauses waren schon seit Längerem gezählt, seit die Stadt Lich und die Asklepios-Klinik den Plan entwarfen, anstelle des Gebäudes einen städtischen Kindergarten zu bauen. Der Abriss ist vollzogen, die Bauarbeiten beginnen Mitte April. Ende März 2020, also in einem guten Jahr, soll das Gebäude fertig sein.

Der Technische Leiter der Asklepios-Klinik, Michael Pieck, blickte zurück auf die Ursprünge des Gebäudes. Ursprünglich war das Gebäude als Unterkunft für die männlichen Auszubildenden der Krankenpflegeschule gedacht gewesen. Wohl deshalb wurde das Haus, das gegenüber dem Schwesternwohnheim liegt, daher "Bruderhaus" genannt. Doch das Wohnen hielt nicht lange an: "Ich glaube, so zwei Kurse an Azubis haben dort genächtigt", sagte Pieck mit einem Lächeln, doch dann verlegte sich das Wohnen zunehmend in das Schwestern-Wohnheim. Das Bruderhaus behielt seinen Namen. Doch seine Funktion änderte sich. Räume wurden von der Verwaltung belegt, die Krankengymnastik nutzte, laut Pieck, das Gebäude ebenfalls. Zuletzt arbeiteten dort die Hebammen und nutzten das Gebäude als Elternzentrum.

Doch mit den Jahren habe es, so der Technische Leiter, den energetischen Anforderungen nicht mehr genügt. "Eine Sanierung wäre zu aufwändig gewesen", erklärte Pieck. Man hätte die gesamte Fassade ertüchtigen und die Fenster austauschen müssen. Anschaulich machte Pieck den mangelhaften energetischen Zustand in einem Vergleich: Der neue geplante Kindergarten sei viermal so groß, wie das Bruderhaus, verbrauche dabei aber die gleiche Energie.

"Man spricht eigentlich nicht mehr von Abriss", erklärte Pieck mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse. Es handele sich vielmehr um einen "Rückbau". Nach einer Schadstoffuntersuchung sei das Vorgehen festgelegt worden. Zunächst musste entkernt werden, eine asbesthaltige Dämmmattenschicht wurde entsorgt. Dann erst rollte der Bagger an. Und auch dieser reiße nicht einfach ein, sondern trenne sortenrein die Materialien. So stehen nun zwei Container für Holz und ein Container für Restmüll bereit. Übrig bleibt der Bauschutt. Dieser werde aus mehreren Gründen nicht abtransportiert. 520 Tonnen Bauschutt, dies entspreche etwa 25 LKW voller Material, müssten abtransportiert werden, hatte der Technische Leiter ausgerechnet. Dies bedeute Energieverbrauch durch die Fahrzeuge und Lärmbelastung für die Anwohner. Außerdem werde für die Stabilisierung des Untergrunds, der sehr tief ausgehoben werden müsse, Schotter benötigt. Dieser müsse wiederum herangeschafft werden. Die Lösung: "Wir schreddern den Bauschutt vor Ort und nutzen ihn für die Befestigung des Untergrunds", erläuterte Pieck.

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Den neuen Kindergarten baut Asklepios, so Pieck. Betreiber wird die Stadt, die das Gebäude für 25 Jahre gemietet habe. Die Stadt erhalte die entsprechenden Fördergelder und gibt einen Bauzuschuss von 300 000 Euro an die Klinik. Drei Millionen Euro soll das neue Gebäude kosten. Der zukünftige Kindergarten habe dann je zwei Gruppen "unter drei" und je zwei Gruppen "über drei" Jahren Alter. Rund 75 Plätze würden damit geschaffen.