Grünes Licht für Tankstelle, Drogerie- und Getränkemarkt in...

Ein dm-Markt, eine Jet-Tankstelle und ein Logo-Getränkemarkt werden 2019 im rot markierten Gebiet fertiggestellt.  Foto: RP Gießen/Quelle: Planungsbüro Fischer

Im Industrie- und Gewerbegebiet Heuchelheim Nord schließt sich eine der letzten Lücken. 2019 werden hier eine Jet-Tankstelle, ein dm-Drogeriemarkt sowie ein...

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HEUCHELHEIM. Aufmerksamen Beobachtern ist es bereits aufgefallen: Im Industrie- und Gewerbegebiet Heuchelheim Nord schließt sich eine der letzten freien Lücken. Es handelt sich um das Grundstück, das genau gegenüber der Bäckerei Volkmann liegt. 7000 Quadratmeter umfasst das Areal. Seit 1974 lag es brach. Doch schon in wenigen Monaten werden hier eine Jet-Tankstelle, ein dm-Drogeriemarkt sowie ein Logo-Getränkemarkt eröffnen.

Dr. Werner Schäfer atmet tief durch. Vier Jahre ist es her, dass der Wetzlarer Projektentwickler das Grundstück erworben hat. Damals ahnte der Geschäftsmann noch nicht, dass noch einige Jahre ins Land ziehen würden, bis die ersten Bagger anrollen und mit den Erdarbeiten begonnen werden konnte. Zwei Jahre hatte er von der Planung bis zur Umsetzung anvisiert, erzählt Schäfer im Gespräch mit dem Anzeiger. Das sei für ein Projekt in dieser Größenordnung realistisch. Doch manchmal dauert es länger. "Bürokratische Hemmnisse" nennt Schäfer das und schmunzelt dabei.

Zwölf Mal wurde der Bebauungsplan Heuchelheim-Nord geändert. Nachdem die Regionalversammlung den notwendigen Abweichungsantrag gebilligt hatte, fasste die Gemeindevertretung am Montag den abschließenden Satzungsbeschluss. "Das war kein einfaches Brot", sagt Werner Schäfer. Vor allem Getränkemarkt und Tankstelle hätten lange Zeit intensiv im Fokus der politischen Debatte gestanden. Auch seitens des Regierungspräsidiums habe es zunächst keine volle Zustimmung gegeben. Doch das ist nun Geschichte. Nach dem Parlamentsbeschluss ist das erforderliche Baurecht geschaffen, erklärt Bürgermeister Lars Burkhard Steinz. Nun muss dieser nur noch im Amtsblatt veröffentlicht werden.

2,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen "HSL-Immo GmbH". Werner Schäfer, einer der drei Geschäftsführer, ist kein Unbekannter. Vor 20 Jahren machte sich der ehemalige Bürgermeister der Stadt Aßlar als Projektentwickler selbständig, war maßgeblich am Bau des Wetzlarer Forums und der Arena beteiligt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat er viele Projekte umgesetzt, kennt sich aus und weiß, worauf es ankommt.

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Der Heuchelheimer Standort könnte nicht besser sein, so der Wetzlarer Projektentwickler. Das "positive Handelsumfeld" auf der Rodheimer Straße spräche für sich. Angesiedelte Unternehmen wie Aldi, das HKL-Center, Rinn oder auch der Baumarkt sorgten für ausreichend Attraktivität. Zudem biete der Standort eine gute Verkehrsanbindung. Schäfer ist sich sicher, dass Drogerie- und Getränkemarkt wie auch die Tankstelle eine Bereicherung für die Region sind. Nicht nur die Heuchelheimer würden von dem neuen Angebot profitieren. Die Rodheimer Straße sei eine "hoch frequentierte Durchgangsstraße". Dass Heuchelheim bereits über zwei Tankstellen verfügt, sieht der Geschäftsmann nicht als Problem. Auch nicht den Bau des Getränkemarktes, der für reichlich Diskussion im Vorfeld sorgte. Denn die Rewe-Märkte in Heuchelheim und in Biebertal haben ebenfalls Getränke in ihrem Sortiment.

Andockstelle

Schäfer glaubt, dass die neuen Märkte keine große Konkurrenz zu den bestehenden Geschäften sein werden. Sie würden vielmehr Andockstelle für all jene seien, die die Rodheimer Straße als Durchgangsstraße nutzen würden. Einen Vorteil sieht er vor allem in der direkten Zufahrt und den rund 60 Parkplätzen.

Ganz falsch liegt er damit nicht, wie Diskussionen in den Sozialen Medien zeigen. In einer Facebook-Gruppe wurde das Projekt vorwiegend positiv aufgenommen. So schreibt beispielsweise eine Userin, dass "dm, Logo und Tankstelle" nicht ausschließlich für Heuchelheimer gedacht seien. Die vielen tausend Pendler, die an dieser Stelle täglich vorbeifahren, würden ganz sicher die neuen Einkaufs- und Tankmöglichkeiten nutzen. Ein anderer schreibt: "Tankstelle und Getränkemarkt brauch ich nicht. Aber alles, was so Richtung Biebertal/Gladenbach fährt, bleibt da hängen."

Eine Frage, die immer wieder auftaucht, und auch schon unter den Gemeindevertretern ausreichend diskutiert wurde, ist die Lage. So würde der Drogeriemarkt besser in den Ortskern passen, damit er fußläufig für die älteren Menschen erreichbar sei. Wer so argumentiere, habe keinen Blick für die Realität. Die Zeiten haben sich geändert, so der Geschäftsmann. Die Meisten seien heute bis ins hohe Alter mobil. Kaum einer würde zu Fuß losgehen und kistenweise Getränke oder Drogerieartikel kaufen. Dinge des täglichen Bedarfs werden selten in Innenstädten angeboten, da dort der Parkraum knapp sei.

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Auch das sehen viele Internet-User so. Vor allem Frauen scheinen sich über den künftigen Drogeriemarkt zu freuen. Eine junge Mutter schreibt: "Ich finde das perfekt. Steuere zur Zeit den Markt in Linden an, wenn ich Pampers brauche. Dafür fahr ich nicht in den Seltersweg ins Getümmel."

Was sie auch bald nicht mehr braucht. Denn schon in Kürze dürften die Bauarbeiten beginnen. Fertigstellung ist im vierten Quartal 2019 geplant. Dann können auf 600 Quadratmetern Getränke und auf 700 Quadratmetern Drogerieartikel gekauft werden. Die Jet-Tankstelle werden die Autofahrer voraussichtlich schon im März 2019 ansteuern können. Die Genehmigung für eine Tankstelle lag bereits eher vor. Dadurch konnten die Vorarbeiten dieser Stelle früher beginnen.

Von Ines Jachmann