Laubacher Fridericianum als Museum des Monats ausgezeichnet

Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Mitte) übergibt die Auszeichnung an die Museumsbeauftragten Elisabeth Roessler und den Vorsitzenden des Arbeitskreises Björn-Christoph Stühler. Foto: Graf

Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, zeichnete das "Fridericianum" in Laubach als "Museum des Monats Januar" aus.

Anzeige

LAUBACH. Am Freitag zeichnete die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, das "Fridericianum" in Laubach als "Museum des Monats Januar" aus. Sie ehrte damit das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des "Heimatkundlichen Arbeitskreises Laubach". Die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert.

In ihrer Laudatio sagte die Ministerin, die Ausstellung zeige anschaulich das Leben der Menschen und setze Medien gekonnt ein. Zudem werde das Haus auch als Veranstaltungsort genutzt. Das Laubacher Museum sei etwas ganz Besonderes, es sei ein regionales Museum von Menschen, die ihre Heimat in ihrer Vielfältigkeit lieben. "Es zeigt das rauhe und harte Leben vergangener Generationen", meinte Dorn. Die Ehrenamtlichen seien einen mutigen Weg gegangen und hätten mit Leidenschaft ein Museum geschaffen, das auch schwierige Themen wie den Nationalsozialismus und die Judenvernichtung thematisiere. Das Museum bringe Menschen zusammen und seit Kurzem könne man hier sogar heiraten.

Beim Rundgang durch die Ausstellung sagte Dorn, sie finde es bemerkenswert, dass die Besucher Einblicke in die Sozial- und Gewerbegeschichte der Region gewinnen und sich mittels Hörstationen über die Wirren während des 30-jährigen Krieges informieren können. Die Tagebucheintragung des Laubacher Justizinspektors Friedrich Kellner mit seiner Darstellung der Schicksale jüdischer Laubacher gebe Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus.

Der Laubacher Bürgermeister Peter Klug stellte das Museum als ein Haus dar, das Menschen zusammenbringe, nach museums-pädagogischen Gesichtspunkten ausgerichtet sowie nach Themen geordnet sei. Björn-Christoph Stühler, der Vorsitzende des Heimatkundlichen Arbeitskreises hatte der Ministerin die bewegte Geschichte des Hauses geschildert. Das Haus, das 1750 als Jagdschloss vom Laubacher Grafen Christian August in Gonterskirchen gebaut wurde, ist 1832 von Wilhelm Lenze erworben und an seinen heutigen Platz nach Laubach versetzt worden. Von 1875 bis 1922 war es Gymnasium und wurde nach dem Laubacher Grafen Friedrich "Fridericianum" benannt. Der Name blieb bis heute erhalten. Museum wurde es im Jahre 1981, nachdem zuvor das Fachwerk des verputzten Hauses freigelegt wurde. 2010 wurde das Haus aber wieder verputzt, weil sich das Freilegen des Fachwerks nicht bewährt hat. Das Haus befindet sich heute im Besitz der Stadt Laubach und wird vom Heimatkundlichen Arbeitskreis als Trägerverein ehrenamtlich unterhalten.