Neu: "Bürger für Rabenau"

Björn Lehr, Sabine Brück, Christoph Nachtigall, Matthias Bender und Jan Benedikt Hausner(v.l.) werben für die neue Bürgerliste. Foto: Nachtigall

Christoph Nachtigall, ehemaliger Bürgermeisterkandidat der FW, hat sich politisch zurückgemeldet und eine neue Bürgerliste gegründet. Die "Bürger für Rabenau" wollen in...

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. Rabenau (red/dge). "Bürger für Rabenau" heißt ein neu aus der Taufe gehobener Verein, der in der Gemeindepolitik mitmischen will. Dahinter steht der 36-jährige Christoph Nachtigall, der 2017 in seiner Heimatgemeinde als Bürgermeisterkandidat für die Freien Wähler angetreten war, und nun Vorsitzender der neuen Bürgerliste ist. Seine Mitstreiter sind sein Stellvertreter, der 40-jährige Unternehmer Matthias Bender, der 42-jährige Björn Lehr als Rechner, die 48-jährige Sabine Brück als Schriftführerin und der 19-jährige Jan Benedikt Hausner als Internet- und Social Media-Beauftragten. Der Verein hat laut Nachtigall bereits weitere Mitglieder, "alles Rabenauer, denen die Entwicklung ihrer Gemeinde am Herzen liegt".

Neue Strukturen schaffen, Interessen aller Generationen besser vertreten und die notwendige Verjüngung anstoßen - das hat sich die Bürgerliste auf die Fahne geschrieben. Wenn heute jemand neu in die Politik einsteigen wolle, gebe es eine gewisse Rangordnung innerhalb der Parteien und politischen Organisation, und man beginne sprichwörtlich erst einmal mit Plakaten kleben. Das möchten die Mitglieder von "Bürger für Rabenau" anders machen: "Wir haben die Vision von einer Gruppe, in der sich alle Beteiligen auf Augenhöhe begegnen und die Meinung eines politischen 'Neulings' genauso einen hohen Stellenwert hat wie die Meinung eines langjährigen Erfahrenen. Wir brauchen in der Politik eine optimale Mischung aus beidem. Und da klebt ein Vorsitzender genauso Plakate, verteilt Flyer oder tütet Briefe ein wie jedes andere Mitglied auch", so Nachtigall.

Christoph Nachtigall war bereits von 2006 bis 2016, damals als jüngstes Mitglied, im Rabenauer Gemeindeparlament politisch aktiv, bei der Bürgermeisterwahl 2017 unterlag er mit 38,4 Prozent bei zwei Gegenkandidaten im ersten Wahlgang. Danach legte er eine politischen Pause ein. Ende 2019 begab er sich mit einer neuen Vision auf die Suche nach Mitstreitern. "Rabenau brauche frische Ideen, um sich wieder positiv weiterzuentwickeln", sagt er.

Betriebsblind

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In vielen Gemeinde- und Stadtparlamenten sei bisher die notwendige Verjüngung noch nicht gelungen. Meist gebe hier "die ältere Generation" den Ton an. Wer ein Amt 20, 30 oder auch 40 Jahre ausübe, habe zwar eine große Erfahrung, werde jedoch auch ein bisschen betriebsblind. "Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, und hier wird oft so gehandelt, wie man das schon immer gemacht hat. Hier fehlt es meist an neuen klugen Köpfen, die auch mal ganz anders an ein Problem herangehen oder neue Ideen haben. Und da, wo der Einstieg für neue kreative Köpfe schwerfällt, will die neue Bürgerliste ansetzen." Damit auch alle den neuen Verein kennenlernen, werde ein Flyer an alle Haushalte verteilt. Außerdem wurde auf der neuen Internet-Seite (www.bfrab.de) ein Chat installiert. Dort bestehe die Möglichkeit, direkt jemand vom Vorstand anzuschreiben und in Kontakt zu treten. Natürlich seien die Vorstandsmitglieder auch per Telefon und persönlich erreichbar.

"Bei uns darf jedes Mitglied mitgestalten und selbstverständlich auch mitentscheiden. Ein paar bindende Grundsätze gibt es aber: Bei uns haben die Meinungen aller Mitglieder die gleiche Wertigkeit, unabhängig von Alter und politischer Erfahrung. Wir haben die Weiterentwicklung aller Ortsteile der Gemeinde im Blick, nicht nur die eines einzelnen Ortsteils, und distanzieren uns von links- und rechtsextremem Gedankengut. Wir setzen uns für einen respektvollen Umgang miteinander ein und distanzieren uns in aller Form von jeglichem Handeln und Gedankengut in dem Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Hass oder Respektlosigkeit zum Ausdruck kommen. Wir sind uns sicher, dass in Rabenau noch mehr kluge Köpfe leben, die sich vielleicht nur noch nicht trauen oder zu den vorhandenen Gruppierungen keinen Bezug haben", so Nachtigall.