Stadt Pohlheim: Bürgermeister hat keine "Falschaussage" gemacht

Ewald Seidler

Aziz Kartal vom FC TuBa wirft Schöffmann eine "Falschaussage" im Zusammenhang mit dem Schwarzbau auf dem Bettenberg in Holzheim vor. Die Stadt wehrt sich dagegen.

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POHLHEIM. Als nicht zutreffend bezeichnet der Erste Stadtrat der Stadt Pohlheim, Ewald Seidler, in Vertretung für den in der Pohlheimer Partnerstadt Zirc befindlichen Bürgermeister Udo Schöffmann, die Vorwürfe des Vorsitzenden Aziz Kartal vom FC Turabdin-Babylon Pohlheim in Bezug auf den Unterstand auf dem Sportgelände in Holzheim.

"Bürgermeister Udo Schöffmann hat in der Stadtverordnetenversammlung auf Nachfrage eine völlig richtige Aussage gegeben. Zum Zeitpunkt der Anfrage lag kein Bauantrag oder gar eine Genehmigung für den Unterstand auf dem Sportgelände in Holzheim vor", so Seidler zu den Vorwürfen, welche der FC Turabdin-Babylon in einer Pressemitteilung geäußert hat. Seidler weiter: "Bürgermeister Udo Schöffmann eine Falschaussage zu unterstellen und ist unredlich und schlicht falsch!" Schöffmann sei verpflichtet, auf Nachfragen in der Stadtverordnetenversammlung eine korrekte Antwort zu geben.

Zur Historie stellt die Stadt Pohlheim klar: Ursprünglich als Lager- und Abstellraum geplant und errichtet habe das jetzige TuBa-Sportheim am Bettenberg im Laufe der Jahre einige Änderungen erfahren. Im September 2017 sei dem zuständigen Fachbereich der Stadt Pohlheim ein Anbauentwurf vorgelegt worden. Dieser sollte mit dem Bürgermeister und der Fachabteilung weiter abgestimmt werden, da er so nicht genehmigungsfähig gewesen sei. "Dies blieb von Vereinsseite leider aus. Die Vorstellungen des Vereins wurden dem Bauamt in der Folge mündlich und nur anhand einer Skizze vorgestellt. Ein Bauantrag wurde im Vorfeld nicht eingereicht." Seitens der Stadt gab es zu keinem Zeitpunkt die Zusage, dass der Anbau genehmigungsfrei sei. Nach Errichtung des Unterstands wurde der Verein am 17. Dezember schriftlich aufgefordert, nachträglich einen Bauantrag einzureichen.

"Damit wollten wir die fehlende Genehmigung nachträglich und ohne großen Aufwand aus der Welt schaffen, gerade weil wir das ehrenamtliche Engagement von allen Vereinen schätzen", so Seidler. Am 9. Januar sei dem zuständigen Mitarbeiter mitgeteilt worden, dass der Planer nicht in Deutschland sei, in Kürze aber ein Bauantrag gestellt werde. Entgegen dieser Zusage sei bis zur Frage in der Stadtverordnetenversammlung nichts passiert.

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Vor diesem Hintergrund sei die Aussage von Bürgermeister Schöffmann in der Stadtverordnetenversammlung, dass es sich um einen nicht genehmigten Anbau handele, völlig korrekt gewesen.

Zwischenzeitlich sei nun endlich ein Bauantrag eingereicht worden und liege der Kreisbauaufsicht vor.

Ergänzend weist der Erste Stadtrat darauf hin, dass auch keine Abstimmung mit der Liegenschaftsabteilung der Stadt erfolgt sei, da nach dem Anbau auch der Pachtvertrag angepasst werden müsse. "Es kann ja nicht sein, dass ohne schriftliche Fixierung auf städtischem Grund Bauwerke errichtet werden."

Verwundert zeigt man sich seitens der Stadt auch über den Zeitpunkt der Pressemitteilung. So habe es am Montag der vergangenen Woche ein mehr als halbstündiges Telefonat zwischen dem Vereinsvorsitzenden und Schöffmann gegeben, in dem alle Themen angesprochen worden seien und der Bürgermeister deutlich gemacht habe, dass man auch in Sachen Platzbelegung an einer Lösung arbeite. Hier finde sehr wohl eine Abstimmung statt. Es hätte in der Bauangelegenheit vielfältige Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Bauamt stattgefunden.

"Durch dieses Verhalten des Vorsitzenden kann man sich jetzt auch von städtischer Seite erklären, warum einige Vereine eine Zusammenarbeit mit TuBa sehr kritisch sehen, denn auch dort wurde von mangelnder Sensibilität und einseitigen Forderungen bis hin zu persönlichen Streitigkeiten berichtet. Dies alles vereinfacht eine Kooperation und Zusammenarbeit auf Vereinsebene sicherlich nicht."

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Trotz der Unstimmigkeiten reiche der Verein weiterhin die Hand zu einer Zusammenarbeit zum Wohle des Ehrenamtes in der Stadt Pohlheim, so Seidler abschließend.