Staufenberger Motorradfreunde erkunden Kreta

Fünf Freunde unterwegs: Gerd Will, Günther Linker, Heinz Grölz, Richard Mordeja und Norbert Zwiener (v.l.). Foto: Zwiener

Gerd Will, Günther Linker, Heinz Grölz, Richard Mordeja und Norbert Zwiener haben sich einen Traum erfüllt: Einmal Kreta mit dem Motorrad erleben.

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STAUFENBERG. Gerd Will, Günther Linker, Heinz Grölz, Richard Mordeja und Norbert Zwiener hatten einen Wunsch ganz oben auf ihrer Liste: Einmal Kreta mit dem Motorrad erleben. Diesen Wunsch erfüllten sich die fünf Motorradfreunde schließlich im Oktober vergangenen Jahres.

Die eigenen Bikes blieben jedoch zuhause, hätte die Anreise mit dem Zweirad doch zu lange gedauert. So ging es mit dem Flugzeug von Frankfurt aus ab in den Süden. Auf der griechischen Insel angekommen, konnten sie die Motorräder in Empfang nehmen. "Wir starteten sogleich eine Einführungsrunde, um uns an die Motorräder zu gewöhnen. Bei so 'alten Hasen' wie uns kein Problem", erzählte Norbert Zwiener. "Wir freuten uns auf unsere erste Tour am nächsten Tag und ließen diesen Tag ganz gemütlich mit einem guten Essen ausklingen."

Der erste Tag führte nach Anisaras ganz in den Osten der Insel. Über kleinere Serpentinenstraßen und verschlafene Fischerdörfchen erreichten die Freunde den einzigen Palmenstrand auf der ganzen Insel, nämlich Vai. Eine kleine Taverne direkt am Strand lud zum Verweilen ein. Die kurvenreiche Rückfahrt über Ziros und Sitia führte wieder zum Ausgangspunkt Anisaras zurück. Der Strand in der Bucht von Plakias auf der weniger touristisch erschlossenen Südseite der Insel war am nächsten Tag das Ziel. Zunächst über die Autostrade E 75 fuhren die Biker über Heraklion bis Rethimno und auf gut ausgebauten Nebenstrecken durch das Landesinnere bis zur Südküste. "Ab und zu erhaschten wir einen Blick zwischen den Bergkuppen hindurch auf die über 2000 Meter hohen, schneebedeckten Berge der Insel. Ein flach abfallender Sandstrand mit türkisblauem Wasser - wie aus dem Bilderbuch - lag vor uns", schwärmen die Freunde. Direkt am Strand fand sich eine nette Taverne. "So kann man die Seele baumeln lassen. Wir mussten uns regelrecht zwingen, die Rückfahrt wieder anzutreten."

"Sonne pur"

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Die Sandstrände im Süden lockten auch am dritten Tag. Über Kasteli, Liliano, Avli, Karavados, Sikinias und Kato Kasteliana erreichte die Gruppe nach schier endlosen Kurven den fast menschenleeren Strand von Tsoutsouros. Die Belohnung: "Sonne pur und ideale Wassertemperaturen." Schnell war die Lederkluft mit der Badehose getauscht und es ging rein ins warme Mittelmeer. Wer kennt Sie nicht, die Höhlenwohnungen von Matala auf der Südseite der Insel? In der 1960er Jahren von Hippies bewohnt, gelangten diese Höhlen zur Berühmtheit. Und wieder waren es traumhaft schöne, kurvenreiche Straßen, die die Motorradfreunde am vierten Tag durch ein weiteres Mittelgebirge Richtung Süden führten. "Berglandschaften mit fantastischen Fernblicken wechseln sich immer wieder mit Tälern, teils bewohnt, teil menschenleer, ab", so Zwiener. Um die Mittagszeit war das Tagesziel Matala erreicht. Zum Baden ging es einige Kilometer weiter in Richtung Norden nach Kommos.

Und schon war der fünfte Tag da. Die Lassithi-Hochebene stand auf dem Programm. "Schon die Auffahrt dorthin ist für uns Motorradfahrer ein Traum." Es bieten sich herrliche Ausblicke auf Meeresbuchten, einen Stausee, in das Landesinnere und "auf unzählig viele Olivenbäume". Ein Besuch der Höhle "Dikteo Andro", wo der Sage nach Göttervater Zeus geboren sein soll, zeigte sich doch als Herausforderung. Hier galt es, einige Höhenmeter und Stufen zu überwinden. "Die Höhle ist auf jeden Fall ein Besuch wert", sind sich die Freunde einig. Nachdem sie noch die gesamte Hochebene mit dem Motorrad erkundet hatten, genossen sie auf der kurvenreichen Abfahrt noch einmal die herrlichen Ausblicke auf die grandiose Landschaft Kretas. Das Mittelgebirge nördlich von Nikolaos war am sechsten Tag das Ziel. Entlang der Nordküste fuhren die Mittelhessen über Malia, den kleinen Fischerhafen Sisi nach Paralia Milatou. "Dort angekommen, gesellten wir uns in einer direkt am Meer gelegenen Taverne zu Einheimischen und genossen unseren Kaffee. Hier in Kreta hatten wir immer das Gefühl, willkommen zu sein", beschreiben sie die kretische Gastfreundschaft. Die Weiterfahrt nach Skinias gewährt immer wieder herrliche Aussichten auf das Meer. Die Küstenregion auf der Nordseite der Insel zeigt sich deutlich rauer als auf der Südseite. Von Skinias aus führte eine Serpentinenstraße hinunter bis zum Meer. Der Rückweg ging zunächst am Meer entlang und über Neapoli wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dort angekommen, hieß es, die Motorräder wieder zurückgeben. Der letzte Abend im Hotel hatte noch einen Höhepunkt für die fünf Freunde parat. Bei einer Karaoke-Show gaben sie "Marmor, Stein und Eisen bricht" zum Besten. "Hier war dann die 'Staufenberger Boygroup' geboren", schmunzelt Zwiener.

Fazit: Die Motorradtour über die Insel Kreta wird unvergesslich bleiben. Jetzt freuen sich die Staufenberger erst einmal auf die Motorradtour 2020, die an die deutsche und polnische Ostseeküste führen wird.