Thesen von „Maria 2.0“ an Kirchentüren

Auch an der Tür der Hauptkirche von St. Anna Biebertal wurden die Thesen angebracht. Foto: Spieler

(vb). Frauen der Initiative „Maria 2.0“ haben auch an heimischen katholischen Kirchen ihre sieben Thesen an die Türen gehängt. In der Pfarrgemeinde St. Anna Biebertal...

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KREIS GIESSEN. (vb). Frauen der Initiative „Maria 2.0“ haben auch an heimischen katholischen Kirchen ihre sieben Thesen an die Türen gehängt. In der Pfarrgemeinde St. Anna Biebertal betraf dies unter anderem Rodheim-Bieber, Wißmar, Dorlar oder Odenhausen/Lahn. In der Gießener Bonifaziuskirche und im Wetzlarer Dom hingen die Thesen auch aus.

Die Bewegung setzt sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der katholischen Kirche ein. Konkret geht es „Maria 2.0“ um den Kampf gegen sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch und den Pflichtzölibat. Außerdem wird eine offenere Sexualmoral gefordert.

In der ersten These heißt es, dass alle Menschen in der katholischen Kirche Zugang zu allen Ämtern haben. Aktuell begründe das Mannsein Sonderrechte. „Macht wird geteilt“ lautet die zweite These. Dass Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, besagt die dritte These. Eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft ist These vier. Dass der Zölibat keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes ist, besagt die fünfte These. Gegen Prunk und persönliche Bereicherung wendet sich die sechste These, wonach die Kirche das ihr anvertraute Vermögen nur verwaltet und es ihr nicht gehört. Mit Jesus‘ Botschaft als Auftrag stelle sich die Kirche dem gesellschaftlichen Diskurs, lautet die letzte These. „Maria 2.0“ wendet sich an „alle Menschen, die guten Willens sind.“