Unterricht zuhause: Server macht in Stadt und Kreis Gießen...

So sollte es am Montag für die Schüler im Schulamtsbezirk aussehen, doch der Bildschirm zuhause blieb schwarz. Ein Server versagte. Foto: Aleksandra Suzi/Stock.adobe
© Aleksandra Suzi/Stock.adobe

Am ersten Tag im Homeschooling stürzte ein Server im Schulamtsbezirk ab. Die Grundschulen in zwei Landkreisen waren betroffen. Die Bildschirme blieben schwarz.

Anzeige

KREIS GIESSEN. Kreis Gießen (ww). Der erste Tag nach den verlängerten Weihnachtsferien - und alle Schüler sitzen zu Hause vor dem Laptop, dem PC oder Tablet. Das war zu viel. An den Grundschulen im Kreis fiel ein Server für das Schulverwaltungssystem Iserv aufgrund des Ansturms aus. Zudem musste eine getrennt funktionierende Video-Cloud des Hannoveraner Softwareentwicklers kurzfristig gesperrt werden, sodass hier auch weiterführende Schulen betroffen waren. Viele Lehrer wollten gleichzeitig Hausaufgaben verteilen und die Schüler per Videokonferenz ansprechen. Dem Ansturm war die Technik nicht gewachsen.

Der Server für die Grundschulen der drei Schulamtsbezirke Stadt und Landkreis sowie Vogelsberg ging in die Knie, bestätigte Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne). Die weiterführenden Schulen seien hiervon nicht betroffen gewesen. Erst seit Kurzem können auch die Grundschulen auf das Schulverwaltungsprogramm Iserv zugreifen, das zuvor nur an weiterführenden Schulen eingesetzt worden war. Corona-bedingt wurden auch sie für den Einsatz freigeschaltet. Tests hatte es mit einigen Grundschulen im Sommer und Herbst gegeben, sagte Schmahl. Doch als nun alle Grundschulen in den drei Bezirken gleichzeitig zugriffen, kam es zur Störung.

Auch die datenschutzkonforme Video-Cloud des Anbieters verabschiedete sich. Es waren aus Hannover wohl zu wenig Serverkapazitäten zugebucht worden, verlautete aus dem Staatlichen Schulamt. Erst seit Frühjahr 2020 bot Iserv diesen Dienst als neues Modul an, natürlich der Pandemie geschuldet.

Die EDV-Fachleute des Kreises haben noch am Montagabend und in der Nacht den Server für Iserv im Gießener Maus-Zentrum, der ehemaligen Kreisbildstelle, aufgerüstet, betonte Schmahl auf Anfrage dieser Zeitung am Montagnachmittag. "Dienstagfrüh werden wir das System wieder hochfahren und hoffen, dass es dann funktioniert." Den Lehrerinnen und Lehrern rät sie, bei den Videokonferenzen auch auf andere Anbieter-Software wie Microsoft Teams, Jitsi und Zoom zurückzugreifen. Sie bat darum, dass nicht alle gleichzeitig die Iserv-Videokonferenzmodul nutzen sollten.

Anzeige

Hessenweit sind der Kreis Gießen und der Vogelsbergkreis weit vorn bei der einheitlichen Nutzung von Schulverwaltungssystemen. Schon sehr früh wurde hier Iserv von den beiden Schulträgern angeschafft. Die Stadt Frankfurt habe, als die Anschaffung diskutiert worden sei, aus Kostengründen Nein gesagt, erinnert sich Schmahl. Der Stand an Schulverwaltungssystemen sei in Hessen sehr unterschiedlich, auch der Kreis der Anbieter.

Derzeit wird daher vom Land eine Lösung namens Schulportal vorangetrieben, die allerdings noch nicht den Umfang von Iserv aufweise, erläutert Schmahl. Das Schulportal wird allerdings laut Schulamt gerade offensiv weiterentwickelt. Die Schulträger, die bereits Iserv einsetzen, hätten in einer Arbeitsgruppe veranlasst, dass es Schnittstellen zu ihrem bereits seit Jahren funktionierenden System geben müsse, erklärt die Dezernentin.

Mit einem Schulverwaltungssystem haben alle Lehrkräfte eine Dienst-E-Mail-Adresse. Sie können auf Leiharbeitsmaterialien wie Videos zugreifen und diese einer Klasse zuweisen. Jeder Schüler hat eine E-Mail-Adresse und kann im System Hausaufgaben zur Benotung abgeben. Zusätzlich existiert an Schulen unterschiedliche Software zur Dienstplanerstellung. Für die Noteneingabe gibt es ein eigenes landesweites Programm.