Ausbau der Glasfaserversorgung in Langgöns: Erdarbeiten sind...

Die Bauarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren. Foto: Rieger

"Momentan sind wir voll im Plan, es läuft richtig gut!" Klaus Wilhelm, bei der Langgönser Gemeindeverwaltung zuständig für den Ausbau der Glasfaserversorgung in der...

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. LANGGÖNS (ikr). "Momentan sind wir voll im Plan, es läuft richtig gut!" Klaus Wilhelm, bei der Langgönser Gemeindeverwaltung zuständig für den Ausbau der Glasfaserversorgung in der Großgemeinde Langgöns, zeigt sich zufrieden. Ende Juli haben die Erdarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel in der Schillerstraße im Kernort Lang-Göns begonnen. "Die nötige Ausbauquote von 40 Prozent wurde leider nur im südlichen und südöstlichen Teil der Kerngemeinde erreicht, sodass hier der Ausbau starten kann", hatte Bürgermeister Marius Reusch seinerzeit informiert. Ausgebaut werden die Obergasse, die Straße "An der alten Bach" und schließlich das Neubaugebiet im Südosten des Ortsteils bis hin zur Nelkenstraße. Auch die beiden Gewerbegebiete Perchstetten und Jammersberg, das Rathaus und die Freiwillige Feuerwehr werden mit angeschlossen.

"Ab und zu gibt es kleinere Beschwerden", räumt Klaus Wilhelm auf Anfrage ein. So wurde beispielsweise in der Neugasse durch einen Bagger eine Schaufensterscheibe beschädigt. "Das wird dann unbürokratisch geregelt, wo gehobelt wird, fallen Späne, aber die Zusammenarbeit ist ganz gut", zeigt sich der Verwaltungsmitarbeiter zuversichtlich.

Für die Gebiete im Kernort, die nicht die magische Ausbaumarke von 40 Prozent überschritten haben, gibt es noch keine Verträge, informierte Wilhelm. Hier sei man jedoch aktuell in Verhandlungen mit der Deutschen Glasfaser GmbH, die das Projekt umsetzt. Für die Kommune ist es kostenfrei. Momentan zählen zu den Bereichen, die noch nicht genug Vorverträge aufweisen, die Ecke Holzheimer Straße/Leihgesterner Straße, das Gebiet im Bereich der Ahornstraße und der alte Ortskern. "Da muss noch was getan werden", betont Klaus Wilhelm. Denn je mehr Verträge noch herein kämen, umso besser sei die Verhandlungsposition mit der Deutschen Glasfaser.

Diese habe weiterhin Bereitschaft signalisiert, auch diese Gebiete auszubauen - wenn sich die Zahl der Vorverträge noch erhöht. Klaus Wilhelm und sein Chef wären froh, wenn sich auch der Ausbau im Bereich der Karl-Zeiß-Sporthalle noch ergeben würde: "Der Vertrag für die Halle ist da, aber das sogenannte Polygon, also der dortige Ausbaubereich, hat bislang nicht die erforderliche Vorertragsquote." Auch die Grundschule ist davon betroffen. Wilhelm vermutet hier allerdings eine alternative Lösung seitens des Landkreises als Schulträger.

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"Solange die Bauarbeiten stattfinden, können Verträge abgeschlossen werden. Die Tür steht weiterhin offen", unterstreicht Marius Reusch einmal mehr. Seine Hoffnung ist es weiterhin, auch den Kernort, so wie die übrigen fünf Ortsteile, in denen die erforderliche Quote durchweg erreicht wurde, komplett mit Glasfaser auszustatten.

Im Auftrag der Deutschen Glasfaser GmbH arbeiten zeitgleich vier Teams, um die Glasfaserkabel zu verlegen. Die Erschließungsarbeiten haben Ende Juli in der Schillerstraße begonnen. "Das war gewissermaßen ein positiver Kollateralschaden", schmunzelt Klaus Wilhelm. Denn diese Straße wurde nur deshalb angeschlossen, weil dort das Kabel, von Hüttenberg kommend, sowieso gelegt werden musste. Das bereits vorhandene Kupferkabelnetz bleibt dabei übrigens unberührt, das Glasfasernetz wird dazu gelegt.

Der Ausbau in den Ortsteilen, die komplett ausgebaut werden, denn hier gab es ausreichend Vorverträge, geht schrittweise entlang des Kleebachs, erst nach Niederkleen, weiter nach Dornholzhausen und schließlich über Oberkleen und Cleeberg bis nach Espa. Er soll bis Ende des Jahres beziehungsweise Anfang nächsten Jahres planmäßig abgeschlossen sein. "Parallel werden bereits die Hausanschlüsse in allen Ortsteilen gelegt", berichtet Klaus Wilhelm: Die Anwohner, die einen Vorvertrag abgeschlossen haben, bekommen Besuch von einem Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser, der mit ihnen die individuelle Verlegung des Kabels vom Bürgersteig in das Haus abstimmt. Die Glasfaserleitung bis ins Haus (FTTH, das bedeutet "Fiber To The Home") soll dafür sorgen, dass der Datenstrom ohne störende Einflüsse und unverzögert mit voller Kapazität fließen kann.

Die Aktivierung der Anschlüsse ist dann für das kommende Frühjahr geplant.

"Ich bin glücklich, die Gemeinde fast flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. Langgöns ist zukünftig attraktiver", freut sich Marius Reusch. Für das Glasfasernetz wird es in Hessen zukünftig übrigens sogenannte "Netzoffenheit" geben. Das heißt, dass sich jeder Anbieter in das Glasfasernetz einmieten kann. "Wir sind sehr froh, den Glasfaserausbau privatwirtschaftlich aufgestellt zu haben und sind damit auch im Landkreis ziemlich vorne dran", betont der Bürgermeister.

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Die Notwendigkeit der Infrastruktur Glasfaser schien noch im vergangenen Jahr relativ weit weg zu sein und Zukunftsmusik, doch durch die Pandemie und ihre Auswirkungen haben viele Menschen unmittelbar gespürt, wie wichtig eine stabile und leistungsfähige Datenversorgung und Internetanbindung in Zeiten von Homeoffice und Quarantäne sein kann. "Vielleicht ist dies nochmal ein gewichtiger Grund, sich für einen Anschluss mit Glasfaser zu entscheiden", appelliert Reusch erneut an die Bürger, insbesondere im Kernort.

Anträge können über die Homepage der Deutschen Glasfaser (www.deutsche-glasfaser.de) gestellt werden. Telefonische Auskunft gibt es unter 02861/890 60 940.