Marktplatz bleibt umstritten

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Laubach konnten sich nicht auf eine Beschlussvorlage zur Neugestaltung einigen.

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LAUBACH. Mit einer kleinen Glocke läutete Hartmut Roeschen (SPD) als stellvertretender Vorsitzender für Heinrich Philippi (Freie Wähler) die Sitzung des Haupt-, Finanz- und Umweltausschusses der Stadt Laubach ein. Fast alle Tagesordnungspunkte, die er an diesem Abend aufrief, sollten in der Folge von den anwesenden Ausschussmitgliedern einvernehmlich abgearbeitet werden. Nur an der Beschlussvorlage für die Neugestaltung des Laubacher Marktplatzes schieden sich erwartungsgemäß die Geister.

Entschieden werden sollte über drei Varianten A, B und C: Die Realisierung des Ursprungsplans ("Schnarr-Plan") mit einer großzügigen Umgestaltung und Kosten von über einer Million Euro, eine rund 402 000 Euro teure Kompromiss-Variante mit weitgehendem Erhalt der ursprünglichen Grünflächen oder aber keine Umsetzung der vorliegenden Konzepte.

Bürgermeister Matthias Meyer (parteilos) berichtete zunächst, dass man sich im Magistrat in Absprache mit der IKEK-Steuerungsgruppe bemüht habe, einen Ausgleich zwischen der umstrittenen großen Lösung und einer von vielen Laubachern bevorzugten weitaus kostengünstigeren alternativen Umgestaltung zu finden, die dem Altstadtcharakter Laubachs gerecht werde.

Dieser Variante schlossen sich auch Dr. Ulf Häbel (Freie Wähler) und Hans-Georg Teubner-Damster (Grüne) an. Häbel führte an, dass es wichtig sei, einen Ort der Begegnung im Zentrum der Altstadt zu haben, der weitgehend barrierefrei zu erreichen sei, ohne auf das Stadtbild prägende Kopfsteinpflaster ganz zu verzichten. Dies könne durch die kostengünstigere Kompromiss-Lösung erreicht werden.

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"Wenn der Magistrat sich - wie berichtet - in Absprache mit den Gewerbetreibenden und dem Ortsbeirat für diese Variante entschieden hat, sollten wir diesen Weg gehen", bekräftigte auch Teubner-Damster.

Anders sah dies Joachim Kühn (Freie Wähler), der für die ursprünglich vom Parlament beschlossene "große Lösung" plädierte.

Siegbert Maikranz bemängelte, dass es für Variante B, also den Alternativplan, keine schriftliche Zusage für Fördermittel gäbe, für den Ursprungsplan aber schon. Er sehe deshalb ein Kostenrisiko für die Stadtkasse.

Dem widersprach Bürgermeister Meyer: "Ich sehe eher Probleme für die große Lösung, da der Umbau des Marktplatzes bis September 2022 abgeschlossen sein muss, um die Mittel abrufen zu können.

Bei der Abstimmung entfielen zwei Stimmen auf den "Schnarr-Plan" A, vier Stimmen auf den Alternativplan B und drei Abgeordnete enthielten sich. Für C, keines der beiden Konzepte zu verwirklichen stimmte niemand.

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Damit wird die Stadtverordnetenversammlung am 10. November ohne eindeutige Empfehlung aus dem Haupt- und Finanzausschuss über die Neugestaltung des Marktplatzes entscheiden müssen.

Die Vorlage zur Fortschreibung des Kindergartenkonzeptes der Großgemeinde Laubach stieß bei den Ausschussmitgliedern auf Unmut. Zwar signalisierte man Zustimmung für einen Kita-Neubau in Lauter, doch weil im Antrag nicht ausdrücklich zur Wahl gestellt wurde, ob dieser zwei oder drei Gruppen beherbergen solle, stellte man diesen Punkt zurück. Über den nachgearbeiteten Antrag des Magistrats will der Ausschuss bei einem Treffen unmittelbar vor der Stadtverordnetensitzung entscheiden.

Einigkeit herrschte dagegen bei den Beschlussvorlagen zu den Bauleitplanungen "Auf dem Hofdriesch" in Röthges und "Am Giebel" in Gonterskirchen. Gleiches gilt für den Grundstücksverkauf "Am Hutsberg" in Gonterskirchen.

Auch der SPD-Antrag für einen Lückenschluss des Radwegs von Röthges und Münster über Queckborn nach Grünberg wurde einstimmig als Empfehlung für das Parlament angenommen.