Birklarer schützen den Kauz

Umweltlotterie und Naturschutzverein Birklar bringen die kleine Eule auf den Baum. 5000 Euro gibt es für die Anbringung sicherer Quartiere in luftiger Höhe.

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BIRKLAR. Gerade in kalten Wintertagen benötigt der bedrohte Steinkauz ein wärmendes Plätzchen, das er durch zunehmende Bebauung, Abholzung sowie die Umwandlung von Grünland in Anbauflächen immer weniger findet.

Deshalb hat es sich der Naturschutzverein Birklar zur Aufgabe gemacht, die Brut- und Lebensbedingungen der kleinen Eule im Kreis Gießen zu verbessern, um zum Erhalt der Population beizutragen. Für die Anbringung sicherer Quartiere in luftiger Höhe sorgt nun ein Lottogewinn der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 5000 Euro, für den sich jeder Umweltprojektträger bewerben kann.

Bis in die Mitte der 60er Jahre war der Steinkauz eine verbreitete Brutvogelart in Deutschland - seitdem ist der Bestand stark zurückgegangen und in einigen Gegenden Deutschlands sogar ausgestorben.

In Hessen steht der Steinkauz auf der sogenannten Roten Liste bedrohter Vogelarten. Deshalb bemüht sich der Naturschutzverein Birklar seit Jahren um den Erhalt und die Förderung der Steinkauzpopulation in Mittelhessen sowie insbesondere im Kreis Gießen. Ziel ist es, die Brut- und Lebensbedingungen der kleinen Eule zu verbessern.

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Warmer Zufluchtsort

Doch müssen dazu geschützte Brut- und Nisthöhlen an hohen Bäumen geschaffen werden - Räume, die der Steinkauz im natürlichen Umfeld nicht mehr in ausreichendem Maße findet. Denn Streuobstwiesen und unberührte Natur sind zunehmend rar, Flächen werden zugunsten einer Bebauung oder eines landwirtschaftlichen Anbaus aufgegeben und damit Lebensräume zunichtegemacht. Der Einsatz von Pestiziden tut sein Übriges. "In unseren heimischen Streuobstgebieten in und um Birklar bei Lich konnten wir durch unsere Arbeit in den letzten Jahren bereits kleine Erfolge bei der Erhöhung des Brutvorkommens erzielen. Diese Hilfe für den Steinkauz möchten wir Stück für Stück auch weiter auf den Kreis Gießen ausdehnen, aber dafür fehlen uns einfach die Ressourcen", berichtet Uwe Müller vom Naturschutzverein.

Unter dem Projektnamen "Steinkauz-Artenschutzprogramm Mittelhessen" plant der Verein in Birklar, Bestände des Steinkauzes systematisch zu erfassen und Schutzstrategien mit Landwirten und Streuobstwiesenbesitzer zu erarbeiten. Geplant ist auch, ein Grundstück zu kaufen oder zu pachten, auf dem dann systematisch Niströhren eingerichtet und gepflegt werden können. "Diese Röhren erfüllen vor allem auch im Winter zusätzlich wichtige Aufgaben, denn nicht nur der Kauz, sondern auch viele andere kleine Tiere schätzen einen warmen Zufluchtsort vor den Winterstürmen, etwa die Hornisse. Solche Röhren sind immer ein wertvoller Beitrag zum Naturschutz", erklärt Müller. Zum Projekt gehören auch Revierpflege, die Kontrolle, Dokumentation und Beringung der Käuzchen, um den Projekterfolg nachvollziehen zu können. "Das alles ermöglicht uns nun der Gewinn bei der Umweltlotterie", freut sich Müller. 5000 Euro stehen zur Verfügung, die der Verein am 20. November für sein Umweltprojekt gewonnen hatte. "Wir haben unser Projekt erst vor sechs Monaten dafür angemeldet und sind überglücklich, dass es so schnell geklappt hat", so Müller, "jetzt gehen wir voller Energie für unseren Steinkauz an die Arbeit."

Der Naturschutzverein Birklar kümmert sich außerdem um Bienen und betreibt eine eigene Imkerei sowie den Erhalt und die Pflege der so wichtigen Streuobstwiesen in der Umgebung, um die heimische Biodiversität zu schützen.

Das Projekt "Steinkauz Artenschutzprogramm Mittelhessen" ist das achte Projekt im Landkreis Gießen, das seit dem Start der Umweltlotterie GENAU den Zusatzgewinn für die Umwelt erzielen konnte. Darüber hinaus wurde kürzlich der Landkreis Gießen erneut als Gewinnerlandkreis bei einer GENAU-Ziehung ermittelt - damit kommen dem Landkreis Gießen weitere 5000 Euro für ein Umweltprojekt zugute. Der Kreis profitiert damit bislang von einer Umweltförderung aus der Lotterie GENAU in Höhe von insgesamt 45 000 Euro für seine Umweltprojekte.

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Bewerbungen für den GENAU-Zusatzgewinn können jederzeit unter www.genau-lotto.de/projekteinreichen angemeldet werden. Sie werden nach fachlicher Prüfung durch den Umweltprojektbeirat in den Kreis der zur Auswahl stehenden Umweltprojekte aufgenommen.