Groß-Kita: CDU beantragt Aufhebung der Aussetzung

Die CDU in Pohlheim ist von den Planungen für eine zweigeschossige Kita überzeugt und beantragt daher die Aufhebung der Aussetzung für die Groß-Kita-Planung in der Kirchstraße.

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POHLHEIM. Die von der CDU und FW beantragte Sondersitzung des Parlaments habe Klarheit gebracht, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Helge Stadelmann in einer Presseerklärung. Die CDU wird in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten die Aufhebung der Aussetzung der Planungen für eine Groß-Kita beantragen. Die Fantasiezahlen von Bürgermeister Andreas Ruck von 14 beziehungsweise 19 Millionen Euro seien entzaubert worden, so Stadelmann. 10,47 Millionen Euro sei die Gesamtsumme mit Baukosten innen und außen, Technik samt Lüftungsanlage und Photovoltaik auf dem Dach, Möblierung, Außengelände, Spielgeräte, Brandschutz, Honorare und anderes. Mögliche Kostensteigerungen in den nächsten beiden Jahren seien mit maximal 300 000 Euro eingepreist. Die Finanzabteilung der Stadt habe bestätigt, dass 9,22 Millionen Euro bereits im Haushalt eingestellt seien. Dazu seien 1,72 Millionen Euro Landesförderung zugesagt. Die Finanzierung stehe.

Der Architekt Timo Heise, der gekommen war, habe deutlich gemacht, dass auf jeder der beiden Ebenen je 74 Kinder, darunter 24 unter Dreijährige, betreut würden. Jeder Gruppenraum sei 50 Quadratmeter groß, fünf mehr als vorgeschrieben. Überdies sei für die Pohlheimer Vereine ein großer Bewegungs- und Übungsraum samt Umkleideräume und Toiletten eingeplant. So sehe die Realität der in zwei Wahlkämpfen schlecht geredeten "Designer-Kita" aus, die als bloßes Prestigeobjekt des Ex-Bürgermeisters Udo Schöffmann diskreditiert worden sei - statt als großartiges Angebot an Eltern, Kinder und Vereine.

Mit dem Bau könnte sofort begonnen werden. Ende März 2023 stünde die Kita den Familien zur Verfügung. Entsprechend plädierte CDU-Stadtverordneter Risko Bulut, in der Sondersitzung jetzt keine Zeit zu verlieren und nicht wieder bei null zu beginnen. Nach zweieinhalb Stunden faktenbasierter Diskussion bestätigte selbst ein FDP-Vertreter dem Architekten eine großartige Planung. Und CDU-Vorsitzender Leidich richtete den Appell an die Vertreter der Grünen und FDP: "Sie haben vor zwei Jahren geholfen, das Projekt auf die Schiene zu setzen. Die SPD hat sich auf Ablehnung festgelegt. An Ihnen liegt es, dass die Kita jetzt verwirklicht wird und wir in knapp zwei Jahren Einweihung feiern können!" Doch über die neue Kita "Sonnenschein" wurde an diesem Abend nicht abgestimmt.

Ohne inhaltliche Diskussion, ohne die Vorlage verlässlicher Kosten wurde mit der neuen Mehrheit (SPD, Grüne, FDP) über einen Antrag abgestimmt, auf der grünen Wiese (Flurstück ,Schwarzer Morgen') hinter der letzten Häuserreihe der Leipziger Straße ein Stück Land zu kaufen und dort eine schlichte Modul-Kita zu errichten: erste Kostenschätzung 4,71 Millionen Euro, dazu zwei weitere Kitas für rund 5,48 Millionen beziehungsweise 4,7 Millionen Euro in der Kirchstraße sowie in Garbenteich. "Dass zwei Kitas in Steinberg statt der geplanten einen Acht-Gruppen-Kita Kirchstraße billiger werden sollen als eine, glaubt kein Mensch! Dazu kommt der zusätzliche Flächenfraß, den die Grünen und BI-Vertreter sonst immer kritisiert haben." Sollte angesichts dieses Beschlusses die bereits geplante Qualitäts-Kita in der Kirchstraße in der nächsten Stadtverordnetensitzung am 15. Juli von der neuen Mehrheit abgeschossen werden, müssten sich Eltern und Kinder auf eine längere Wartezeit einstellen, bis es zusätzliche Kita-Plätze gebe. Der Bewegungs- und Übungsraum für die Vereine hätte in einer schlichten Modul-Kita keinen Platz. Die Begründung der Mehrheit für das Ganze: Man habe schließlich mit der Kita-Thematik zwei Wahlen gewonnen. Stadelmann resümiert: "Die Frage ist, ob die Wähler das wirklich so gewollt haben. Die Fakten waren ja nie Teil der Wahlkampfkampagne."