Pohlheims Bürgermeisterkandidat Andreas Ruck: Kein...

Nicht ganz 80 Tage sind es bis zur Wahl in der Stadt am Limes am 1. November. Anlass für Bürgermeisterkandidat Andreas Ruck (überparteilich) ein erstes großes Fazit seines...

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. Pohlheim (ww). Nicht ganz 80 Tage sind es bis zur Wahl in der Stadt am Limes am 1. November. Anlass für Bürgermeisterkandidat Andreas Ruck (überparteilich) ein erstes großes Fazit seines Wahlkampfs zu ziehen.

Im Rahmen eines Gesprächs mit dem Anzeiger stellte er gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Alexander fest, dass es keinen "Riesenkindergarten" in Watzenborn-Steinberg geben dürfe. Ruck meinte, dass es in Coronazeiten ein Unding sei, eine solche Kindertagesstätte mit etwa 150 Kindern weiter zu planen. Bei einem Pandemievorfall müssten gleich acht Gruppen geschlossen werden. Daher plädiert die Pohlheimer SPD in einem aktuellen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung für die Verringerung auf vier Gruppen.

Die reduzierten Gruppen sollten in einem weiteren Kindergarten an anderer Stelle entstehen. Bisher hatten die Sozialdemokraten allerdings keine konkreten Standorte genannt, sich aber schon länger gegen den größten Kindergartenneubau im Kreis in der Kirchstraße ausgesprochen. Als mögliche Standort schlug die SPD-Fraktion jetzt das Oberheim-Gelände Erfurter Straße/ Asterweg und "Unter dem Knottenberg" (nähe Grüninger Straße im Kernort) vor, wobei die Sozialdemokraten wissen, dass die Flurstücke teils in privater Hand liegen. Ruck kritisierte auch die Hanglage des von der Mehrheit von CDU und FW favorisierten Grundstücks mit all seinen Schwierigkeiten. Auch den Abriss eines Hauses in der Ludwigstraße, um einen Weg zum neuen Kindergarten zu schaffen, halten Ruck und die SPD für wenig weitsichtig. Die Aussagen des amtierenden Bürgermeisters Udo Schöffmann (CDU) zu einer geringen Verkehrsmehrbelastung in der Hauptdurchgangsstraße im Kernort teilen sie nichtk. Die Zahl von drei Prozent, die der amtierende Bürgermeister darbiete, sei auf 24 Stunden bezogen, aber es gebe an Kindergärten Stoßzeiten beim Abholen oder Bringen.

Beim zweiten großen Projekt der Stadt, der Entwicklung des Gewerbegebietes "Garbenteich Ost", stellen sich Ruck und Alexander vor, dass der Investor in Lärmschutz an der Autobahn für den Stadtteil investiert. Der SPD-Bürgermeisterkandidat fügt noch hinzu, dass man so viele Umweltschutzaspekte wie möglich im städtebaulichen Vertrag unterbringen sollte. Er denkt unter anderem an Solardächer für die Gebäude, aber auch Niederschlagswassernutzung. Ruck betonte noch einmal, dass er sich über die breite Unterstützung von Grünen und FDP für seine Kandidatur freue. Er selbst hat schon begonnen, an die Haustüren unter Wahrung des Abstandes in Pandemiezeiten zu klopfen. In Dorf-Güll habe er sich in der engen Ortsdurchfahrt von der Belastung durch den Schwerlastverkehr ein Bild gemacht. Bürger hätten an der bisherigen Stadtführung kritisiert, dass Baustraßen immer noch nicht fertiggestellt worden seien. Die Spielplätze in Pohlheim hält Ruck für verbesserungswürdig. Er wünscht sich zudem für Pohlheim funktionierende Jugendräume und generationsübergreifende Angebote. Klare Feststellungen trifft der 51-Jährige zum öffentlichen Nahverkehr: "Hier fehlt der Bus!". Der Bad Schwalbacher hat für sich erkannt, dass sich die Vereine in den Stadtteilen verlassen fühlten. Es fehle am Zusammenhalt. Daher plädiert er für einen Runden Tisch der Kulturträger der Stadt.

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Als er sich bei der Lebenshilfe in Garbenteich in der Großküche umschaute, habe er sofort an Synergieeffekte gedacht. Gutes und günstiges Mittagessen könne für weitere Einrichtungen in Pohlheim und darüber hinaus von dort kommen. Ideen habe er genug. Die wiederkehrenden Straßenbeiträge in Pohlheim sind ihm gemeinsam mit der SPD ein Dorf im Auge. Er möchte sie abgeschafft wissen.

Zusammen mit den Partnern SPD, Grünen und FDP und allen Bürgern wolle er ein Leitbild für die Stadt erarbeiten. Insbesondere junge Eltern, die in die Stadt ziehen, müssten attraktive Angebote gemacht werden. Ruck, der von Bürger oft auf zu schnell fahrende Autos angesprochen wurde, verspricht seinen Wählern, "dass man Straßen überqueren können müsse, ohne gleich in Panik zu verfallen." Zuletzt erklärt er, dass er den Spruch "für alle Bürger da zu sein" wörtlich nehmen werde.